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SIMSON

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Überblick SIMSON

Die Unternehmensgeschichte von SIMSON beginnt 1740 mit einer Schneidemühle, die in einen Stahlhammer umgewandelt wurde, in dem Eisenerz zu Stahl verarbeitet wurde. 1854 erwarben die Brüder Löb und Moses Simson einen Teil des Betriebs und gründeten 1856 die Firma SIMSON & Co, die hauptsächlich Holzkohlenstahl für die Herstellung von Jagd- und Militärwaffen produzierte. Ab 1907 begann das Unternehmen mit der Entwicklung von Personenkraftwagen, aber erst 1911 wurde ein markttaugliches Modell produziert. Während dieser Zeit wuchs die Belegschaft des Unternehmens erheblich, von 20 Mitarbeitern im Jahr 1855 auf etwa 3500 im Jahr 1918. Der Erste Weltkrieg führte zu einer Steigerung der Produktion, da das Unternehmen Teile für Waffen und Fahrzeuge für die Kriegsanstrengung herstellte. Nach dem Krieg musste SIMSON die Waffenproduktion einstellen, konnte aber 1925 einen exklusiven Vertrag zur Lieferung von Waffen an die Reichswehr sichern. SIMSON expandierte auch in den Automobilmarkt für Luxusklasse und begann 1930 mit der Herstellung von Kinderwagen. Die Monopolstellung während der Weltwirtschaftskrise von 1929 ermöglichte es SIMSON, diese schwierige Zeit besser zu überstehen als viele lokale Konkurrenten. Die privilegierte Position von SIMSON als alleiniger Waffenlieferant führte jedoch zu Beschwerden und Kritik, die von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurden, um die jüdischen Geschäftsführer des Unternehmens zu attackieren und zu diffamieren.

Während der Nazizeit wurden die beiden jüdischen Brüder enteignet und flüchteten ins Ausland. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das SIMSON-Werk weitgehend demontiert und ein Großteil der Maschinen als Reparationsleistungen in die Sowjetunion geschickt. Trotzdem wurde die Produktion mit den verbleibenden Anlagen fortgesetzt, und 1947 wurde der Betrieb in die SAG Awtowelo integriert. 1948 erhielt das Werk den Auftrag zur Herstellung eines Motorrads, das als AWO 425 bekannt wurde und von dem bis 1961 rund 210.000 Stück produziert wurden. 1952 wurde der Betrieb volkseigen und Teil des Industrieverbands Fahrzeugbau der DDR, spezialisiert auf die Produktion von Mopeds und Kleinkrafträdern, ein Sektor, in dem SIMSON bis zum Ende der DDR aktiv blieb. Während dieser Zeit entstanden ikonische Modelle wie die Schwalbe und der S 50. Die Mopeds von SIMSON waren in der DDR weit verbreitet, mit einer deutlich höheren Präsenz pro Kopf im Vergleich zu Westdeutschland. In den 1960ern und 1970ern erreichte SIMSON bedeutende Produktionsmeilensteine, darunter die Fertigung des einmillionsten Kleinkraftrads. Der Betrieb wurde mehrmals umstrukturiert, und Ende der 1980er Jahre beschäftigte das Werk rund 4000 Menschen.

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre versuchte SIMSON, seine Modellpalette zu erweitern und neue Entwicklungen zu präsentieren. Die Unternehmensleitung entschied sich dabei für die Wiedereinführung der Vogelnamen aus DDR-Zeiten. Trotz der Einführung moderner Fahrzeuge mit Automatikgetriebe und sportlichen Mokicks erlebte das Unternehmen eine schwierige Zeit mit schleppenden Verkäufen und technischen Schwierigkeiten bei den neuen Entwicklungen, einschließlich des Motorrads SIMSON Schikra. 2000 musste die Firma Insolvenz anmelden.

Unter einem neuen Investor, KONTEC, und einem neuen Namen, SIMSON MOTORRAD GmbH & Co KG, versuchte das Unternehmen, mit innovativen Entwicklungen bei 125er Motorrädern und Kleinkrafträdern einen Neuanfang zu machen. Diese Pläne zeigten jedoch eine deutliche Fehleinschätzung des Marktes und der Produktion in Suhl, da die meisten Verkäufe aus alten DDR-Modellen resultierten. 2002 musste das Unternehmen erneut Insolvenz anmelden und die Produktion wurde später im Jahr endgültig eingestellt. In zehn Jahren wurden nur etwa 47.000 Fahrzeuge verkauft, verglichen mit fast 200.000 Fahrzeugen pro Jahr in den 1980er Jahren.

2003 erwarb die MZA GmbH den Großteil der Vermögenswerte von SIMSON und schloss eine Vereinbarung zur Nutzung des Markennamens SIMSON. Im Gegensatz zu früheren Simson-Unternehmen stellt MZA keine Neufahrzeuge her, sondern konzentriert sich auf die Produktion von Ersatzteilen und Motoren für SIMSON-Modelle. Die Produktion findet seit 2019 in einem neu errichteten Standort in Meiningen statt. Parallel zu diesen Entwicklungen wurde die Simson Gewerbepark GmbH gegründet, die die Immobilien der ehemaligen Produktionsstätten verwaltet und die Markenrechte besitzt.

SIMSON Modellhistorie

Neben Automobilen, Fahrrädern, Mopeds, Kleinkrafträdern und Motorrädern brachte Simson auch einige Roller auf den Markt.

  • 1958 bis 1964: Simson KR 50 / Stückzahl: 164.500

  • 1964 bis 1986: Simson KR 51 „Schwalbe“ / Stückzahl: mehr als 1.000.000

  • 1986 bis 2002: Simson SR50 / Stückzahl: ca. 220.000

  • 1996 bis 2000: Simson Star 50 / Stückzahl: unbekannt

SIMSON Modelle bei SIP Scootershop

  • S51 50 ccm 2T AC '80-'89

  • S53 50 ccm 2T AC '90-'02

  • S70 70 ccm 2T AC '83-'88

  • S83 70 ccm 2T AC '91-'96

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