Deutsche Blechroller Meisterschaft 2025
Wie bereits in den vergangenen Jahren, ist SIP Scootershop einer der Sponsoren der Deutschen Blechroller Meisterschaft (DBM), einer Rennserie für handgeschaltete Vespa- oder Lambretta-Roller, die im Jahr 2007 ins Leben gerufen wurde. In ihrer Blütezeit fanden Rennen in Deutschland, Österreich und Italien statt. In den Jahren 2018 und 2019 wurden zwei DBM-Beschleunigungsrennen, unter dem klangvollen Namen „Tacho Karacho“, direkt vor den Toren von SIP Scootershop ausgetragen. Doch in den letzten Jahren ist es zunehmend ruhiger um die DBM geworden. Wir haben das große Glück, dass mit Nico ein Komitee-Mitglied der DBM bei SIP Scootershop arbeitet. Also haben wir ihn mal gefragt: Was ist denn da los bei der DBM? Er hat mit einem ausführlichen Beitrag geantwortet, den wir euch ungekürzt präsentieren.
Deutsche Blechroller Meisterschaft 2025 – der Stand der Dinge
von Nico Gnisci
Grundsätzlich braucht es mindestens drei Rennläufe, um eine echte Meisterschaft auszufahren. Leider konnten wir seit Corona dieses Ziel nicht mehr erreichen – maximal zwei Läufe pro Jahr waren seitdem realistisch. Auch 2025 bleibt es bei nur zwei DBM-Läufen:
07.06. bis 09.06.2025 – 30. Jubiläums-Pfingstrun der Lakescooters SC in Stockach
05.07. bis 06.07.2025 – B-Rennen auf dem Flugplatz Karlshöfen
Zahlreiche Veranstaltungsorte sind uns in den letzten Jahren weggebrochen. Häufig fehlte den Clubs schlicht die nötige „Manpower“, um ein Rennen auf die Beine zu stellen. Hinzu kommen zunehmend strenge Auflagen für geeignete Rennstrecken: Mindestens fünf Meter Breite sowie eine ausreichend lange Auslaufzone zur Verzögerung sind zwingend erforderlich. Ursprünglich betrug die Rennstrecke 1/4-Meile (402,34 m) mit entsprechend langen Bremszonen, was insgesamt etwa 800 Meter benötigte. Weil einige Boliden jedoch mittlerweile Zielgeschwindigkeiten von bis zu 170 km/h erreichten, mussten wir aus Sicherheitsgründen reagieren und reduzierten die Streckenlänge zuerst auf 1/8-Meile und mittlerweile meist auf 150-Meter-Sprints. Doch auch auf dieser kurzen Distanz erreichen die schnellsten Fahrer immer noch Geschwindigkeiten zwischen 120 und 140 km/h. Ganz nach dem Bodensee-Motto: „Wenn’s schnell geht, macht’s nix!“ – ein Spruch, der sicherlich nicht nur den Fahrern vertraut sein dürfte.
Eine geeignete Strecke zu finden, bedeutet also: eine 300 Meter lange und fünf Meter breite Fahrbahn, ausreichend Helfer, Absperrungen für Zuschauer, ein Rettungswagen vor Ort und idealerweise keine lärmempfindlichen Anwohner. Gerade letzteres Kriterium stellt uns häufig vor große Herausforderungen.
Jahr für Jahr bemüht sich das DBM-Komitee dennoch, Beschleunigungsrennen mit klassischen Schaltrollern zu bewahren. Keine leichte Aufgabe, denn neben den Veranstaltungsorten beschäftigen uns auch andere Fragen intensiv: Wie halten wir bestehende Fahrer bei Laune? Wie gewinnen wir neue Fahrer hinzu? Wie machen wir das Spektakel für Zuschauer attraktiver? Und ganz praktisch: Wie erklärt man zuhause, dass das Urlaubsgeld erneut in den Roller statt in die Familienreise geflossen ist?
Boomende Events, sterbende Rennen
Dabei scheint die „Vespa-Community“ insgesamt immer größer zu werden. Tausende Rollerfahrer besuchen Großveranstaltungen wie die Vespa World Days in Interlaken oder Pontedera, Treffen wie in Zell am See boomen. Begriffe wie „Familie“ und „Zusammenhalt“ werden hier großgeschrieben. Dennoch erleben wir gleichzeitig eine spürbare Differenzierung zwischen den modernen GTS-Fahrern mit stylischem „Vespa“-Cappy und der klassischen Roller-Subkultur mit ölverschmierten Händen und authentischen Club-Logos auf dem Hoodie.
Die neuen Clubs fokussieren sich oft auf Großevents, was der traditionellen Subkultur nicht zwangsläufig hilft. Trotzdem gibt es weiterhin Clubs, die seit Jahrzehnten mit Leidenschaft dabei sind: So feiern etwa die Lakescooters-Wahlwies dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum mit einem Beschleunigungsrennen im klassischen Stil. Ebenso verdienen die Minusschrauber aus Bremen besondere Anerkennung für ihre jahrzehntelange Unterstützung und Organisation von Rennen.
Ein herzliches Dankeschön gilt abschließend allen Fahrern, die auf den 5-Sterne-Urlaub in Französisch-Polynesien verzichten und ihr Geld lieber in Roller investieren, die maximal drei Kilometer im Jahr bewegt werden – stets mit dem Risiko eines kapitalen Motorschadens aufgrund von Grenzbereich-Tuning. Eure Leidenschaft hält unsere Szene lebendig!
Alle Infos, Termine und das Reglement finden sich auf der Homepage:
Deutsche Blechroller Meisterschaft