Vespa-Treffen VC Regensburg
oder: Was Wacken kann, können wir schon lange!
Was war das für ein Wochenende. Am 01. und 02. August feierte der Vespaclub Regensburg (VCR) sein 35-jähriges Jubiläum auf der Freizeitinsel Bad Abbach. Schon zwei Wochen zuvor war abzusehen, dass das Wetter nicht zu 100 % mitspielen würde. Davon ließ sich der VCR allerdings schon die letzten Jahre nicht recht beeindrucken. Das Motto „Wir ziehen durch“ ging in den Social-Media-Kanälen nicht zuletzt durch die eigens dafür erstellten KI-Avatare Caroline Cosa und Roman Rollig regelrecht viral.
Und so war es also nicht anders zu erwarten, dass der Aufbau am Freitagmorgen immer wieder durch Regenschauer untermalt wurde. Doch die Mädels und Jungs ließen sich nicht beirren, und so war um 13 Uhr – und damit in Rekordzeit – auch das letzte Zelt und der letzte Pavillon aufgebaut und dekoriert.
Im Merchzelt wurden noch die Tombolapreise – dieses Jahr unglaubliche 300 an der Zahl – sortiert und aufgebaut. Wie die Jahre zuvor haben sich unsere Unterstützer mit Sachspenden für einen guten Zweck selbst übertroffen.
Vespas aus Österreich
Trotz der sehr durchwachsenen Wetterlage trudelten gegen Nachmittag die ersten Campinggäste ein. Und was war das für ein Gefühl für alle Helferinnen und Helfer, als sie sahen, woher auch dieses Jahr wieder die Gäste anreisten: Von Oberösterreich, Kärnten über Hannover, Köln, Recklinghausen, Lippstadt, Düsseldorf, Pforzheim, Karlsruhe, dem Allgäu – man mochte schon fast daran zweifeln, dass man gerade mitten in Bayern war.
So war dann der Festplatz abends schon recht gut gefüllt – das Wetter hatte seit dem frühen Nachmittag auch ein Nachsehen, und man konnte trockenen Fußes gemeinsam das geplante Warm-up feiern. Und tatsächlich scheint eben jener Freitagabend mittlerweile immer mehr und mehr zum festen Bestandteil unseres Treffens geworden zu sein. Die bewusste Entscheidung, einen gemeinsamen Abend ohne Zeitdruck anzubieten, nehmen mittlerweile ein paar Hundert Gäste wahr. Wie hätte das nur bei „echtem“ Sommerwetter ausgesehen? Wir wagen nicht, uns das vorzustellen.
Nachdem die letzten Teilnehmer – man munkelt gegen halb fünf morgens – in den Zelten verschwunden waren, ging es am Samstag früh gleich weiter für die Helfer. Händler und Gastronomen mussten eingewiesen und mit Strom und Wasser versorgt werden. Hier merkte man erst einmal wieder, wie routiniert unsere Helfer mittlerweile geworden sind.
Doch dann kam erst einmal die richtige Ernüchterung: Es regnete vormittags nicht nur, es schüttete wie aus Eimern. Die geführten Touren fielen leider dem Wetter zum Opfer. Schade nicht nur für die Guides, die die Strecken zuvor noch mehrfach abgefahren waren – nein, vor allem die Auswärtsgäste mit wirklich weiter Anreise wurden stundenlang in die Zelte gezwungen. Wie sollte das nur weitergehen?
Ausfahrt mit 120 Vespas
Der Platz verwandelte sich so langsam in Klein-Wacken, und in den Gesichtern der Verantwortlichen sah man mehr und mehr Sorgenfalten. Doch wir hatten nicht mit der Vespafamilie gerechnet. Von allen Seiten hörte man: „Uns hat noch keine Forelle Essen aus der Hand gerissen! Jetzt schaut nicht so traurig!“ Und tatsächlich tat das Wetter der Stimmung keinen Abbruch.
Lediglich das Elektroteam sah das zeitweise etwas anders. Nach fast einem Dutzend Stromausfällen und mehr als zwei Stunden Fehlersuche im strömenden Regen fand unser Michl – selbstverständlich beim allerletzten Kabel am höchsten Baum, in sechs Meter Höhe – eine undichte Kabelverbindung. Und kaum war der Übeltäter gefunden, hörte der Regen auf. Ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker aller Couleur!
Im Laufe des Tages fanden sich doch immer mehr Gäste ein. Gut 250 Roller konnten wir zählen. Um die 400 Leute waren zeitweise am Platz. Als dann auch noch die Feuerwehr Lengfeld grünes Licht für den Korso gab, erhellten sich auch wieder die Gemüter der Vorstände. Der Vespa-Gott hatte doch ein wenig Einsehen.
So machten sich fast 120 Fahrzeuge startklar. Irgendwas mussten die Regensburger doch richtig machen, wenn man bei der denkbar schlechtesten Wettervoraussetzung allein beim Korso eine solche Anzahl an Hartgesottenen zählt. Und der Platz war auch während der Ausfahrt immer noch gut gefüllt.
Tombola mit 1.100 Losen
Hier hat sicherlich auch die diesjährige, annähernd perfekte Verpflegung einen großen Anteil. Neben der VCR-Kuchenbar unserer Vespamädels waren mit den Brudiss, Brigitte von Salvador Gallardo und dem Eiskaffee Melina gleich drei Ersttäter mit am Start. Traditionell mit dabei die Familie Kamerl mit ihrer kultigen Grill-Ape und – nicht zu vergessen – die mittlerweile etablierte VCR-Weinlaube.
Nicht weniger wichtig ist natürlich jedes Jahr eine ordentliche Händlermeile. Auch hier waren mit dem Rollerladen, Roller Schmid, ReUnited Parts, Polirein, Gloane Kunst, Wer liebt, der schiebt, und dem Leistungsprüfstand von den Jungs vom Dezibel Labor so einiges geboten. Immer wieder sah man jemanden mit Einkaufstasche herumlaufen. Am Prüfstand hielt auch der matschige Boden die leistungshungrigen Fans nicht davon ab, eine regelrechte Menschentraube zu bilden.
Es kann kommen, was will – Essen und Trinken muss einfach passen. Und das tat es vortrefflich. Von Vormittag an wurde bis in die späten Abendstunden produziert und konsumiert. Die Sorgenfalten bei allen Beteiligten waren glücklicherweise nahezu verschwunden.
Als dann am Nachmittag auch noch die Mädels und Jungs der Feuerwehr und des BRK vermeldeten, dass alle 1.100 (!!!) Lose verkauft wurden, war dann auch der Letzte mit dem Wochenende versöhnt.
Dankeschön und Vorschau
Der VCR bedankt sich von ganzem Herzen bei allen Helferinnen und Helfern, den Unterstützern, den Tombola-Spendern, unseren langjährigen Partnern, aber vor allem bei unseren unglaublich treuen Gästen, die uns jedes Jahr aufs Neue überraschen.
Beim VC Regensburg gibt es wohl gar kein schlechtes Wetter. Nur ein Versprechen mussten wir mehrmals abgeben: Egal, was passiert, Caroline Cosa und Roman Rollig werden zurückkehren – spätestens am 31. Juli und 01. August 2026, wenn der VC Regensburg wieder einlädt zum Sommerfest auf der Freizeitinsel Bad Abbach!
Text: Joachim Meister / Fotos: Vespaclub Regensburg, Familie Herz, Stefan Dattelzweig