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Mit der Vespa von Friedberg nach Irland

Erstellt von Dietrich Limper um 13:51 Uhr am 27. Mai 2026

Manche Reisen beginnen nicht mit dem ersten Kilometer, sondern mit einer Idee, die sich lange im Kopf festsetzt. Bei Thomas Vitting war es der Plan, mit der Vespa von Friedberg in Bayern bis nach Irland zu fahren. Nicht mit einem modernen Tourer, nicht mit viel Komfort, sondern mit klassischem Blech, Werkzeug, Ersatzteilen und einer guten Portion Abenteuerlust.

Am 6. September 2025 war es so weit: Thomas startete mit seiner Vespa Sprint von 1965 in Friedberg. Begleitet wurde er von seinem Zwillingsbruder Christian Vitting auf einer Vespa PX von 1983. Zwei alte Roller, zwei Fahrer, jede Menge Gepäck und eine Route, die es in sich hatte: Friedberg, Wiesbaden, Dattenfeld, Nivelles in Belgien, Dünkirchen, Dover, Brighton, Gloucester, St. Clears in Wales, Fishguard, Rosslare, Waterford und schließlich Killarney/Kenmare in Irland.

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Von Friedberg bis Brighton: Die ersten Kilometer entscheiden

Schon die ersten Tage zeigten, worum es bei so einer Reise wirklich geht: nicht um perfekte Bedingungen, sondern ums Weiterfahren. Nebel, Kälte, Regen, nasse Straßen, kleine Defekte und immer wieder die Frage, ob die Technik hält. Die Vespa Sprint lief grundsätzlich zuverlässig, machte aber mit nachgasendem Motor, Geräuschen und Startproblemen immer wieder deutlich, dass eine 60 Jahre alte Maschine Aufmerksamkeit braucht. Auch an der PX blieb nicht alles ohne Zwischenfälle: Eine Ständerfeder riss, Schaltungen mussten nachgestellt werden und unterwegs wurde immer wieder geprüft, geschraubt und improvisiert.

Genau hier zeigte sich, wie wichtig gute Vorbereitung ist. Werkzeug, Züge, Dichtungen, Zündteile, Kleinteile und Ersatzteile waren ständige Begleiter. Viele davon kamen aus dem Sortiment von SIP Scootershop. Auf einer solchen Fahrt zählt jedes Teil doppelt: nicht als Zubehör im Regal, sondern als kleine Versicherung gegen das Liegenbleiben irgendwo zwischen Belgien, Wales und Irland.

Ein Höhepunkt der Anreise war die Überfahrt von Dünkirchen nach Dover. In England ging es weiter nach Brighton – fast komplett im strömenden Regen. Trotzdem wurde gerade diese Etappe zu einem der emotionalen Höhepunkte der Reise. Mit der Vespa in Brighton einzufahren, direkt am Meer, bei Wind und Wetter, blieb den Brüdern besonders in Erinnerung. Dort trafen die beiden auch den Vespa Club Brighton und bekamen einen Einblick in die lokale Szene.

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Irland erreicht: Kleine Straßen, großes Glück

Weiter ging es durch England und Wales. Die Strecke nach St. Clears brachte Sonne, Schauer, kleine Straßen und den typischen britischen Wetterwechsel. In Fishguard wartete dann die Fähre nach Rosslare. Nach vier Stunden Überfahrt war es geschafft: Die beiden Vespas rollten tatsächlich auf irischem Boden. Für die beiden Vespa-Piloten war das mehr als nur ein Etappenziel – es war der Beweis, dass die lange Vorbereitung, die Zweifel und die vielen Testfahrten ihren Sinn hatten.

In Irland führte die Route weiter über Waterford Richtung Kenmare. Wind, Regen und schmale Straßen machten die Fahrt anspruchsvoll, aber genau diese Mischung passte zur Reise. Über Killarney, Moll’s Gap und die schönen Strecken rund um den Ring of Kerry erreichten Thomas und Christian schließlich ihr Ziel. Zwei alte Vespa, viele Kilometer, nasse Kleidung, leere Tanks, volle Herzen.

Auch die Rückfahrt blieb ein Abenteuer. Von Kenmare ging es wieder nach Rosslare, dann per Fähre zurück Richtung Kontinent. Regen, technische Checks und kleinere Reparaturen gehörten weiterhin dazu. Am Ende endete die große Reise am 24. September 2025 wieder in Friedberg – nicht komplett auf eigener Achse, aber gemeinsam, gesund und mit einer Geschichte, die bleibt.

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Fazit und Ausblick

Diese Fahrt war keine perfekt durchgeplante Komfortreise. Sie war genau das, was Vespa-Reisen ausmacht: Freiheit, Freundschaft, Improvisation, Zweitaktgeruch, nasse Handschuhe, kleine Pannen und große Momente. Thomas und sein Zwillingsbruder haben gezeigt, dass alte Vespas auch heute noch große Reisen können – wenn man ihnen vertraut, sie vorbereitet und unterwegs nicht den Humor verliert.

Thomas meint abschließend: „Man kann mit einer Vespa schnell in die Eisdiele, zum Anrollern oder zum SIP Open Day fahren. Man kann aber auch viel weiter fahren, wenn man das Wetter gelassen nimmt – schließlich kann man es nicht ändern. Und man sollte gut planen. Gut zu planen bedeutet für mich: die richtige Wahl der Mitfahrer, funktionierendes Werkzeug, Spezialwerkzeug, die passenden Klamotten und die richtigen Spare Parts mitzunehmen. Dazu gehören auch vollkommen sinnlose Dinge, die man einfach gerne dabeihat – wie bei mir eine Muschel aus den Niederlanden.

Ebenso entscheidend ist die mitfahrende Gelassenheit, denn man kommt nicht immer pünktlich dort an, wo man gerne hinwollte. Der Mensch denkt, die Vespa lenkt. Und Achtung: Wenn man erst einmal angefangen hat, weit mit einer Vespa zu fahren, möchte man beim nächsten Mal noch weiter fahren. Die Planungen laufen schon.“

Dietrich Limper

Dietrich Limper arbeitet als Redakteur für SIP Scootershop, außerdem schreibt er für lokale und überregionale Publikationen. Wenn er nicht gerade Geocachen geht, genießt er die Erinnerung an die Deutsche Meisterschaft von Bayer Leverkusen.

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