Der Vespa Club de France und das ACMA-Projekt
Im Bestreben, das ehemalige ACMA-Werk in Fourchambault (Département Nièvre, Nr. 58) zu erhalten, präsentiert der Vespa Club de France ein umfassendes Projekt zur Aufwertung und Konservierung dieser historischen Industrieanlage. Zwischen 1950 und 1961 wurden hier fast 400.000 Fahrzeuge hergestellt – darunter Motorroller, Dreiradtransporter und die Kleinstwagen Vespa 400. Die Bedeutung dieses Ortes für die französische Industriegeschichte wurde durch die Fédération Française des Véhicules d’Epoque (F.F.V.E.) anerkannt, die dem Gelände am 9. Oktober 2021 die Auszeichnung „nationales Industrieerbe“ verlieh.

Das Industrieareal, dessen älteste Gebäude aus dem Jahr 1907 stammen, umfasst insgesamt 100.000 Quadratmeter. Entlang der angrenzenden Hauptstraße erstreckt sich eine 260 Meter lange Fassade mit zahlreichen verglasten Fensterrahmen. In Abstimmung mit den örtlichen Behörden plant der Vespa Club de France, genau diese Fassade mit 47 Bildtafeln zu beleben. Die Tafeln haben Größen zwischen 1 und 25 Quadratmetern und zeigen historische Fotografien – größtenteils in aufwendiger Kolorierung – mitsamt erläuternden Bildunterschriften.
Die Bilder sind chronologisch angeordnet, um die Geschichte der „nationalen Wiege der Vespa“ anschaulich darzustellen. In jedem der verglasten Fensterrahmen soll jeweils eine Tafel platziert werden, sodass daraus ein „Erinnerungspfad“ entsteht, den Passanten beim Vorübergehen entdecken können. Die praktische Seite dieses Vorhabens liegt darin, dass die Bildtafeln zahlreiche zerbrochene Scheiben verdecken und somit verhindern, dass Regenwasser weiterhin ins Gebäude eindringt.
Der Vespa Club de France hat bereits die Unterstützung lokaler Mandatsträger sowie der F.F.V.E. zugesichert bekommen. Innerhalb des „2-Rad“-Kollegiums der F.F.V.E. stellt der Vespa Club de France das größte nationale Kontingent.
Die Geschichte von ACMA
ACMA wurde am 25. November 1950 als Ateliers de construction de motocycles et accessoires in Fourchambault bei Dijon gegründet und blieb vor allem durch die Produktion von Motorrollern und Kleinstwagen in Erinnerung. Ab 1951 fertigte das Unternehmen eine Vespa mit 125 ccm, 1956 folgte die Vespa 150 GL, und vier Jahre später wurde eine weitere Vespa mit 150 ccm Hubraum gebaut. Die Produktion startete im Februar 1951 mit 20 Arbeitern, die zunächst 200 Motorroller herstellten; bereits im April 1953 verließ der 100.000ste Vespa-Roller das ACMA-Werk und 1954 wurde die Fertigstellung des 150.000sten Rollers gefeiert. Im selben Jahr änderte das Unternehmen seinen Namen in Ateliers de construction de motocycles et d’automobiles, da es inzwischen auch Kleinstwagen herstellte. Der Vespa 400, ein solcher Kleinstwagen, wurde 1957 auf dem Pariser Salon vorgestellt und noch im selben Jahr in Serie produziert; insgesamt entstanden bis 1961 rund 34.000 Fahrzeuge. Das rapide Wachstum ließ die Belegschaft 1958 auf etwa 2.800 Beschäftigte anwachsen, wodurch sich die Einwohnerzahl von Fourchambault auf 6.242 erhöhte und den Bau von 200 neuen Wohnhäusern sowie eines Kindergartens und einer Grundschule erforderlich machte. Als die Verkaufszahlen von Motorrollern in Kontinentaleuropa zu sinken begannen, hoffte ACMA, mit dem Vespa 400 neue Märkte zu erschließen, doch dieser konnte sich gegen Modelle wie den Citroën 2 CV oder den Renault 4 nicht durchsetzen. Durch wachsende Lagerbestände und zurückgehende Verkäufe sah sich das Unternehmen gezwungen, die Produktion zu drosseln, und musste schließlich am 31. Dezember 1962 endgültig schließen.
Aufruf: Patenschaften für die Fenster gesucht
Um die historische Fassade des ehemaligen Vespa-Werks in Fourchambault wieder erstrahlen zu lassen und gleichzeitig das Gebäude vor weiterer Verwitterung zu schützen, ruft der Vespa Club de France dazu auf, Patenschaften für die Fenster zu übernehmen. Jede Bildtafel, die in einem der verglasten Fensterrahmen angebracht wird, benötigt finanzielle Unterstützung für Druck, Kolorierung und Montage. Mit einer Patenschaft tragt ihr dazu bei, ein wichtiges Zeugnis französischer Industriegeschichte zu bewahren und die Erinnerungen an die Vespa-Produktion in Fourchambault lebendig zu halten. Ziel ist es, bis Juli 2025 insgesamt 40.000 € zu sammeln, um im September mit der Konzeption der historischen Infotafeln zu beginnen und anschließend die Einweihung im Oktober/November 2025 zu feiern.
Im Anschluss daran ist für September 2026 der Start des GRAND AUDAX FOURCHAMBAULT-PONTEDERA sowie eine großartige Ausstellung bisher unveröffentlichter Fotos geplant! Man freut sich über jede Unterstützung, die hilft, dieses nationale Industrieerbe für kommende Generationen zu erhalten.
Auf dieser Seite kann das Project des Vespa Clubs unterstützt werden: SAUVEGARDE DE L'USINE ACMA