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Dean Orton – A life in Lambretta

Erstellt von Dietrich Limper um 09:41 Uhr am 28. Oktober 2025

Der Name Rimini Lambretta Centre (RLC) ist in der Scooterszene bestens bekannt, und auch bei SIP Scootershop finden sich viele Produkte aus ihrem Casa Performance-Sortiment. Aber es ist eine echte News, dass der Gründer des Unternehmens, Dean Orton, gerade ein Buch veröffentlicht hat!

Dean, gebürtiger Brite, zog 1992 nach Italien, um dort eine Werkstatt für die Restaurierung italienischer Lambrettas – für italienische Kunden – aufzubauen. Anfangs hieß die Firma Adriatica Lambretta, doch schon bald wechselten Standort und Name zum heute bekannten Rimini Lambretta Centre. Als leidenschaftlicher Scooterist – auf beiden Seiten des Verkaufstresens – hat Dean in den letzten drei Jahrzehnten eine Vielzahl von Geschichten erlebt. Diese Erfahrungen hat er nun zusammengetragen und nach sechs Jahren Arbeit sein neues Hardcover-Buch veröffentlicht: „A Life In Lambretta – The Story of a Professional Mod“.

Das 600 Seiten starke Werk mit vielen Farbfotos nimmt den Leser in 32 Kapiteln mit auf eine Achterbahnfahrt durch Deans Leben: die Suche nach seltenen Rollern und Ersatzteilen in fernen Ländern, der Kampf gegen italienische Bürokratie, Schießereien, Rallys, das Verstehen lokaler Eigenheiten, das Arbeiten an den seltensten Lambretta-Modellen der Welt, Touren, Scooter-Rennen quer durch Europa, extremes Produkttesting, Fahrten durch Tumulte, Begegnungen mit TV-Promis und vieles, vieles mehr. So viel, dass Dean schon jetzt genug Material für einen zweiten Band hat.

Das Buch ist kein chronologisches Tagebuch, sondern bietet einen schonungslosen Einblick in Deans Leben als Lambretta-Händler – mit allen Höhen und Tiefen seines Traums, einen weltweit bekannten Shop aufzubauen. Der Text ist lebendig, informativ und voller Humor geschrieben – lautes Lachen beim Lesen ist garantiert! Und es geht nicht nur um Lambrettas: Auch Vespas, Beiwagen, ungewöhnliche Scooter, Bubblecars und sogar ein Flugzeug spielen eine Rolle.

Interview mit Dean Orton

Hi Dean, warum hast du dieses Buch geschrieben?

Nachdem ich mich 2020 aus dem Tagesgeschäft von RLC zurückgezogen habe, hatte ich endlich Zeit, mein Buch fertigzustellen, das ich zwei Jahre zuvor begonnen hatte. Ich habe eine Liste mit Themen erstellt und mich durch mein riesiges Fotoarchiv gearbeitet. Meine Geschichten sollen den Lesern einen Einblick geben, was es bedeutet, in Italien einen Laden aufzubauen – gemütlich vom Sessel aus, aber die Realität war alles andere als einfach. Viele Freunde haben mir immer wieder gesagt, dass meine Erlebnisse ein gutes Buch ergeben würden – also habe ich es umgesetzt.

Wie kommt das Buch bisher an?

Obwohl es gerade erst erschienen ist, bin ich selbst überrascht, wie positiv die ersten Reaktionen in den sozialen Medien sind. Als Lambretta-Händler weiß ich, dass man nie alle zufriedenstellen kann. 600 Seiten sind eine Menge Lesestoff, daher werden ausführlichere Meinungen sicher erst nach und nach kommen. Aber der erste Eindruck ist sehr positiv – und das freut mich riesig.

Bist du noch aktiv mit Lambrettas unterwegs?

Ja, absolut – zu 101 %! Ich fahre so oft wie möglich und nutze meine Lambrettas jeden Tag. Scooter-Touren sind meine große Leidenschaft, sogar noch mehr als Rallys. Ich sammele keine Roller, sondern besitze nur solche, die ich auch fahre. Besonders liebe ich ungewöhnliche Modelle, vor allem exotische Lambrettas aus Asien wie Kelvinator, Allwyn und Sunny FR.

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Was sind deine nächsten Projekte?

Aktuell starte ich den Aufbau einer indischen Aravali, die mit einem Casa Performance Twin 250-Motor ausgestattet wird. Außerdem arbeite ich an hochwertigen Restaurationen für Kunden. Parallel schreibe ich zwei detaillierte Werkstatthandbücher für die Luna- und J-Lambretta Baureihen, da es für diese Modelle kaum Material gibt. Sollte sich „A Life In Lambretta“ gut verkaufen, plane ich einen zweiten Band, denn Geschichten habe ich genug.
Mein Traumprojekt ist der Aufbau der Speedball Lambretta Studios, wo ich drei- bis viermal pro Jahr Wochenendkurse für 8–10 Teilnehmer anbieten möchte. Neben Restaurationen sollen die Gäste auch italienische Kultur und Küche erleben.

Du bezeichnest dich im Titel als „Professional Mod“. Warum?

Ich gehöre zu den wenigen Glücklichen, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnten. Für mich bedeutet das: 100 % Mod – auch heute noch mit 56 Jahren. Der Mod-Gedanke prägt mein Leben und meine Arbeitsethik. Die meisten großen Scootershops der Welt werden von Scooterists geführt – ich nenne sie „Professional Scooterists“.
Das heißt aber nicht, dass ich andere Stile nicht schätze: Cutdowns, Street Racer oder Chopper – wenn sie handwerklich gut gemacht sind, kann ich sie absolut anerkennen.

Warum gibt es das Buch nur als Hardcover?

Qualität steht für mich an erster Stelle. Deshalb wollte ich, dass das Buch auf hochwertigem Papier gedruckt wird – mit brillanten Fotos und einem stabilen Hardcover. Wie bei den Scootern gilt auch hier: Wenn man etwas macht, dann richtig – ohne Kompromisse.

Video: Dean Orton - Rimini Lambretta

Dietrich Limper

Dietrich Limper arbeitet als Redakteur für SIP Scootershop, außerdem schreibt er für lokale und überregionale Publikationen. Wenn er nicht gerade Geocachen geht, genießt er die Erinnerung an die Deutsche Meisterschaft von Bayer Leverkusen.

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