Fahrzeugtyp wählen
Hersteller wählen
Modell wählen

Glemseck 101, August 2024: Schnellste Vespas & Lambrettas vs. schnellste Motorräder

Erstellt von Jesco um 10:16 Uhr am 6. September 2024

Das größte Motorradevent Europas, das Glemseck 101, hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal klassische Motorroller an die Startlinie seines 1/8-Meilen-Rennens rollen lassen. Das Glemseck 101 ist ein Event der Superlative und zieht mit seinem 1/8-Meilen-Rennen für Custom-Motorräder bis zu 40.000 Schaulustige an. Die Showeinlage der Motorroller kam im Jahr 2023 so gut an, dass der „Rockt Roller“-Klasse für 2024 mehr Zeit und ein Termin am besucherstärkeren Samstag eingeräumt wurde. Doch nicht nur das: Am Sonntag, zum Abschluss der Veranstaltung, sollten die vier schnellsten Motorroller gegen Motorräder antreten. Spektakulär, was da unter dem Motto „Mods vs. Rocker“ über die Bühne ging!

2024-glemseck101-by-sip-scootershop-220
SIP Scootershop Infostand auf dem Glemseck 2024

Auch in diesem Jahr hatten die Veranstalter wieder unglaubliches Glück mit dem Wetter. Nach zehn nicht so schönen Tagen prognostizierten die Wetterdienste über 30°C und Trockenheit für drei Tage, von Freitag bis Sonntag. Wie gewohnt strömten die Besucher in Richtung Glemseck, ähnlich den Massen bei Volksfesten. Auf der „Main Road“ waren die meisten bekannten Motorradhersteller mit großen Ständen vertreten. Auf zahlreichen Bühnen wurden Custom-Umbauten oder Rennmaschinen aller Art präsentiert. Die Tribüne an der Rennstrecke war durchgehend voll besetzt, und wer die Geduld hatte, ein paar Minuten anzustehen, konnte einen der begehrten Plätze ergattern.

Zwei besondere Bereiche am Glemseck sind die „StarrWars“ und der „Rocket Race Club“. Beide organisieren ihre eigenen Rennklassen. Ihre Fahrerlager dienen gleichzeitig als Ausstellungs- und Eventfläche in der Nähe der Rennstrecke. Die Motorräder sind nicht nur reine Rennfahrzeuge. Wer hier an den Start geht, muss auch ein außergewöhnliches Custom-Motorrad präsentieren. Für jeden Liebhaber von handgefertigten Unikaten gibt es viel zu sehen. Dazu gibt es Musik, Essen, kalte Getränke und Benzingespräche bis tief in die Nacht.

Jede Menge Vespas und Lambrettas auf dem Glemseck
Jede Menge Vespas und Lambrettas auf dem Glemseck

Wir Rollerfahrer sind Teil des „Rocket Race Club“

Eine Mischung, die extrem gut zusammenpasst: Schrauber, Customizer und Petrolheads, alle mit großer Begeisterung für Beschleunigungsrennen und einem ausgezeichneten Spirit. In den beiden Motorradklassen des Rocket Race Club treten Zweizylindermotoren an: die eine Klasse mit Vergasermotoren und die andere, etwas moderner, mit Einspritztechnik ausgestattet. Die meisten sind zudem mit NOS-Systemen versehen.

Für den Rocket Race Club beginnen die Rennen am Samstagnachmittag. In der Klasse der Einspritzmotoren gibt es gleich eine große Überraschung: Der übliche Dominator dieser Klasse und oft das schnellste Motorrad des Glemseck-Wochenendes, Phil Ludwig, scheidet aufgrund von Problemen mit der Einspritzanlage aus. Thilo Günther entscheidet die Klasse mit seinem mit NOS betriebenen Harley Bagger und 250 PS für sich.

2-Zylinder Lambretta von Casa Performance
2-Zylinder Lambretta von Casa Performance

Eine spektakuläre Überraschung erlebte die Vergaserklasse. Hier trat Stefan Graff zum ersten Mal mit seiner Harley an. Angetrieben von einem 1988er Sportster-Motor mit 120 PS war er unschlagbar und lieferte ein beeindruckendes Feuerwerk ab. Wie schnell er tatsächlich ist, bewies er später im „Winner Race“, in dem er die Sieger aller Klassen hinter sich ließ. Egal ob 250 PS, Einspritzung, Turbo, NOS oder 4-Ventile: Jeder Gegner wurde nur zum zweiten Sieger gegen seine „no fancy stuff“.

Mods vs. Rocker

Die Rollerrennen kamen beim Publikum sehr gut an. Sowohl unter den Fahrern als auch unter den Zuschauern herrschte eine ausgelassene, freundschaftliche Stimmung. Das Wochenende unter Petrolheads war einfach großartig. Doch das Highlight für die Rollerfahrer stand noch bevor: Am Sonntag ging die „Mods vs. Rocker“-Klasse an den Start. Zum Abschluss des Glemseck 101 traten vier Roller gegen vier Motorräder an. Für die Roller gingen die schnellsten Vertreter ins Rennen – die beiden Finalisten vom Samstag sowie Philipp Mittlerger mit seiner 250 ccm BFA Smallframe und Veit Nübel, der den „Something Special“ SIP Sprinter mit einem 72 PS starken BFA 306 Motor pilotierte.

SIP TV Video: Schnellste Vespas & Lambrettas vs. Schnellste Motorräder

Für die Rocker traten die beiden schnellsten Motorräder des gesamten Wochenendes an: Stefan Graf, der mit seiner Harley alle Konkurrenten in Grund und Boden gefahren hatte, und Phil Ludwig, der Dauersieger des Glemseck 101. Nach einem technischen Ausfall am Samstag lief seine BMW nun wieder wie gewohnt. Das Starterfeld wurde durch Pepo aus Spanien auf seiner 900er Moto Guzzi und Oliver auf seiner 100 PS starken Bimota komplettiert.

In der ersten Runde konnten Filo und Jesco die Guzzi und die Bimota souverän besiegen. In den folgenden Rennen ließen Phil und Stefan keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit. Im Halbfinale trafen dann Phil auf Jesco (BMW gegen Vespa) und Filo auf Stefan (Lambretta gegen Harley). Zwar zeigten die Roller gute Leistungen, doch gegen die schnellsten Dragster-Motorräder der Veranstaltung konnten sie nur auf den ersten 20-30 Metern mithalten. Anschließend dominierten die Motorräder. Filo und Jesco schieden in die Lucky Loser-Wertung aus. Während Jesco sich mit einem Fehler am Start gegen den SIP Sprinter verabschiedete, sicherte sich Filo den dritten Platz. Das Finale versprach auch ohne Roller ein Spektakel zu werden: Das schnellste Motorrad des Wochenendes gegen den Dominator der letzten Jahre.

Phil, motiviert durch den technischen Ausfall am Vortag, startete brachial schnell und gewann im ersten Gang einige Meter gegen die Harley. Im zweiten Gang konnte Stefan auf halber Strecke an der wesentlich stärkeren BMW vorbeiziehen. Der Gangwechsel in den dritten Gang gelang Stefan nicht so schnell wie gewohnt, und Phil entschied das Rennen für sich und verteidigte erfolgreich sein Revier.

Bildergalerie: Glemseck 101, 2024

Und wer hat die Klasse gewonnen? Mods oder Rocker? Jede Seite hat sieben Rennen für sich entschieden. Die Motorräder sicherten sich sowohl die beiden letzten als auch die beiden ersten Plätze. Dazwischen positionierten sich die Roller. Natürlich stechen die beiden ersten Plätze der Rocker in diesem Fall besonders hervor. Ich gratuliere den Siegern ganz herzlich. Die Show, die Stefan und Phil geboten haben, war beeindruckend. Wir kommen natürlich wieder und fordern Revanche. Bis zum nächsten Jahr bei diesem genialen Event!

Hinweis: wir liefern die Tage noch ein Video der „Roller gegen Roller" Rennen nach, watch out! Am besten unseren YouTube Kanal abonnieren!

Jesco

Jesco ist bei uns Produktmanager und Technischer Redakteur. Vielen ist er durch Videos bei SIP Scootershop TV bekannt, wo er Tutorials, Stories und Produkte präsentiert. 

×