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Vespa Rallye des 3 Massifs 2023

Tarafından oluşturuldu André Jueterbock at 14:10 saat üzerinde 25 Temmuz 2023

Unser Andrè, bekannt aus vielen SIP Scootershop Videos und Rennfahrer auf den Strecken dieser Welt, hat in diesem Sommer bereits einen wahren Marathon auf seiner Vespa abgerissen. Und der Sommer ist noch nicht zu Ende. Umso erfreulicher, dass er die Zeit gefunden hat, um für uns einen Reisebericht über sein letztes Abenteuer zu schreiben. Wir meinen: echt lesenswert!

3.500 Kilometer auf der Vespa GS

Boah, keinen Bock! Das wäre meine ehrliche Antwort gewesen, wenn mich in der Situation jemand gefragt hätte, ob ich jetzt noch Lust habe, an der Rallye des 3 Massifs (3M) teilzunehmen. Nach dem Roadtrip nach Albanien (Giro dei Tre Mari) Anfang des Monats, dann der SIP Tour nach Interlaken und der Teilnahme an den World Vespa Days selbst, steckten mir die gefühlten 3.500 km „auf dem Bock“ schon ganz schön in den Knochen …

Aber ich hatte keine Wahl. Schon letztes Jahr war ich eingeladen worden, hatte zugesagt, musste später aber aus familiären Gründen wieder absagen. Wenn ich dieses Jahr erneut abgesagt hätte, wäre ich als Sprüchemacher dagestanden, was nicht meine Art ist. Also was soll‘s, nochmal sechs Tage Urlaub in den Kalender eintragen; und wenn schon, denn schon, also gleich auf Achse von Interlaken in der Schweiz an den Startort der Rallye, La Grave in Frankreich. Also nur um das klarzumachen: Nochmal 350 km fahren, um dann dort bei einer Ausfahrt von weiteren 1.500 km mitfahren zu dürfen – ha!

Immerhin hatte meine GS Bock. Nachdem in Albanien die Feinjustierung des Vergasers einigermaßen gelungen war und zurück zu Hause ein paar Kleinigkeiten wie Lenkkopf- und Vorderachslager erledigt wurden, ließ sich die Strecke in die Schweiz ziemlich problemlos und genussreich abspulen.

Blick ins Wallis
Aussicht von Leuk auf das Wallis
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Wo ist der Checkpoint?

Auf der roten Vespa Rally zum Paradies für Surfer

Also technisch und fahrerisch schon ziemlich selbstsicher, verließen wir Interlaken mit der Marschrichtung Süden. Thomas auf seiner roten Rally und ich mit der treuen GS. Vom einen in das nächste Tal per Autoreisezug? Hörte sich nach einer Abwechslung und einem kleinen Abenteuer an. So war es dann auch und der kurze Ritt in der Lötschbergbahn war ein erstes Highlight.

Auf der anderen Seite des Berges befanden wir uns im Kanton Wallis und wir besuchten gleich eine Bekanntschaft von den VWD: Gabriel Giger, ein Cartoon-Künstler und Grafiker, der unsere Begeisterung für Vespas und Lambrettas teilt. Nach einer ausgesprochen ruhigen Nacht im Schlosshotel Leuk ging es am nächsten Tag weiter das Wallis herunter Richtung Süden. Den Vormittagskaffee nahmen wir in einem Surfcamp mit künstlichen Wellen zu uns, das dort aus dem Boden gestampft wurde. Doch die sengende Hitze hielt uns von einer langen Pause ab. Lieber stiegen wir wieder in unsere bequemen und komfortablen Vespas und schalteten die Klimaanlage ein … oder so ähnlich.

Das nächste Etappenziel war Annecy mit seinem schönen See und tatsächlich fanden wir dort eine süße, pittoreske Herberge unweit des Ufers. Kurzerhand beschlossen wir, dort einen Pausentag einzulegen und es uns gutgehen zu lassen. Wir badeten den ganzen Tag und ruhten uns aus.

Das Team „Les Teutos“ wird komplett

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Tag 1: Das Team „Les Teutos“ auf einer Passhöhe.
Ralph Bollag, Thomas Haas, Horst Weitkamp und meine unsichtbare Wenigkeit.

Der nächste Tag sollte wieder anstrengender werden. Erst fahrerisch, denn es gab wieder ein paar kleinere Pässchen zu überwinden, später aber dann auch sozial, denn wir trafen mit unserem Rallyeteam sowie den anderen rund 200 Teilnehmern zusammen. Horst war mit einer Vespa GS 160 im Auto direkt aus Landsberg nachgekommen. Ralph Bolag aus Zürich war nicht nur unser Teamführer auf einer Vespa GS 150, sondern ist auch ein 3M Urgestein und hat schon viele Jahre Erfahrung mit der Veranstaltung.

Wir hatten fest ausgemacht, dass wir nur touristisch mitfahren! Also keine Zeitmessung, schöne Eindrücke sammeln und kein Stress. Soweit der Plan. Am nächsten Morgen sah die Welt in vielerlei Hinsicht anders aus. Erstens regnete es zum ersten Mal seit Wochen ernsthaft, zweitens haben wir direkt nach dem Start unsere Vorsätze über Bord geworfen und gaben kräftig Gas. Na gut, dachte ich, da entlädt sich bestimmt die Vorfreude in einer anfänglichen Euphorie, aber tatsächlich hielt unser Team das hohe Tempo, bis wir abends den Fährhafen in Savona erreicht haben. Was mich besonders beeindruckt hat, geschah in etwa um die Mittagszeit: Plötzlich senkte der erfahrene Anführer seine Nase wie ein Hund und schnüffelte hinter jeder Ecke, ob dort nicht der Checkpoint ist, an dem es einen Stempel abzuholen gilt. Natürlich hatte er den richtigen Riecher und kurze Zeit später hatten unsere Beinschildbanner die erste Plakette.

Die Nacht auf der Fähre war zu viert in einer Vierbettkabine etwas für echte Genießer. Dass ab ca. 2:00 Uhr die Klimaanlage abgeschaltet wurde, war bestimmt gut, um Energie zu sparen. Wie dem auch sei, in aller Frühe erwachte erneut das Leben. Das Schiff legte an und ein korsischer Vespa Club erwartete uns in einer nahegelegenen Strandbar zum Frühstück. Nach ca. 1.000 km und über sieben Tagen on the Road nahmen wir hier unser erstes Bad im Mittelmeer!

Drama und Unterstützung am Pass

Ungefähr zwei Stunden später, ab etwa 9:00 Uhr, begann das tägliche Startprozedere. Minute für Minute startete je ein Viererteam. Wir waren Team 42 und daher pünktlich um 9:42 Uhr dran. Dass die Tagesroute auf Korsika kurvenreich war, sollte man eigentlich nicht schreiben müssen. Schließlich gab es früher auf der Insel der Schönheit eine eigene Rallye, die zu den beschwerlichsten überhaupt zählte und den Namen „Rallye der 1000 Kurven“ trug.

Obwohl wir vom Vortag recht motiviert waren, schien es heute nicht ganz so glatt zu laufen. Mehrfach mussten wir zangeln. Hier ein Kupplungsseil, dort ein Kabel der Zündgrundplatte abvibriert, sogar meine Vespa hatte sich zwischenzeitlich entschieden, die Airbox abstreifen zu wollen. Am späten Vormittag strichen wir daher den Anspruch, die Wertung erreichen zu wollen. Nur das Tempo ließ trotzdem nicht nach, irgendwie war das einfach der Puls, mit dem es uns und das Schweitzer Team „trop vite pommes frittes“ über die Insel trieb.

In Corté fanden wir ein schönes Lokal zum Mittagstisch mit deutlich niedrigeren Preisen als in der Schweiz. Dort hatten Haasi und ich schon vor ein paar Jahren gegessen, als wir damals mit dem SIP Scootershop Team auf der Insel waren. Wir erzählten davon, dass das Besondere an Korsika die Süßwasservorkommen seien und dass es hier sogar natürliche Bassins gäbe, auf Bayerisch „Gumpen“. Scheinbar hörte mir sogar jemand zu, als ich das gesagt habe, denn als sich am späteren Nachmittag abermals die Airbox vom Vergaser losrüttelte, ging die restliche Reisegruppe kurzerhand im Fluss neben der Straße baden, während ich reparierte.

Nach diesem Highlight an Natur-Schönheit und körperlicher Erfrischung wurde es trotzdem nochmal anstrengend, bis wir das Hotel erreichten. Es gibt da diesen Pass auf der Insel und es erging uns tatsächlich genau wie schon 2017, als ich zum ersten Mal mit SIP dort war: Einem nach dem anderen ging der Sprit aus und keine Tankstelle weit und breit. Doch stehen geblieben sind wir nicht! Ein außerordentlicher Teamgeist breitete sich aus. Eine unserer Vespas startete ohnehin schlecht und musste nach jedem Stopp angeschoben werden. Zusätzlich haben diejenigen, die noch Sprit hatten, die mit leerem Tank geschoben, bis zu denen, die Kanister dabeihatten. Es war ein außergewöhnliches Bild und wirklich rührend, wie wir zusammen halfen und alle gemeinsam ins Hotel kamen! Wer es noch nicht erlebt hat, mitten in der Pampa liegen zu bleiben und dann von einem Freund weitergeschoben zu werden, dem wünsche ich es von ganzem Herzen. Diesen Akt von gegenseitiger Unterstützung würde ich auch gerne im Alltag stärker spüren.

Aber das absolute Highlight kam erst noch. Und zwar noch am gleichen Abend. Eigentlich hatten wir uns ja von der Zeitwertung verabschiedet; denn wer es bei 3M ernst meint, der muss extrem beständig in hohem Tempo fahren. Verbissene Vierer-Teams halten den Schnitt z. B. so, indem sie sich bei Tankstopps aufteilen: Einer tankt, einer füllt Öl bei allen auf, einer zahlt und einer darf entweder pinkeln oder rauchen, ganz nach Empfehlung des Arztes. Davon waren wir mit unseren Liegenbleibern, dem lukullischen Mittagessen und dem Bad im Gumpen weit entfernt. Obwohl wir am Checkpoint auch die Nachricht erhalten hatten, dass wir exakt eine Minute vor dem Zeitziel seien. Wir taten es als Verwechselung ab. Aber am Abend dann die Überraschung: Team „Trop-Vites“ Sieger der Tageswertung und „Les Teutos“ (wir) auf Platz 2. Wir freuten uns maßlos und fielen wenig später selig von diesem herausragenden Tag ins Bett.

Nackte Männer im Fluss
Badespaß
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Schiebung!

Glück im Unglück

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Sturz und Ausfall beim Team 42 an Tag 3

Die dritte Tagesetappe fand im Süden der Insel statt. Leider war der Tag ab Mittag durch einen Vorfall überschattet, bei dem einer unserer Fahrer einen Unfall erlitt. Ich begleitete ihn ins Krankenhaus und stieß erst auf der Fähre wieder zur Gruppe dazu. Gott sei Dank waren es keine schweren Verletzungen, nur ein paar gebrochene Rippen und das Schlüsselbein. Doch der Schreck saß tief. Allgemein waren einige Roller mit deutlichen Kampfspuren auf der Rallye zu sehen. Es gab bestimmt noch weitere Stürze und Unfälle. Es war also wirklich eine anspruchsvolle sportliche Rallye und weniger eine kitschige Urlaubsfahrt.

Das spiegelte auch meine GS am Start zur letzten Etappe wider. Die Bremsen waren quasi nicht mehr existent, die Airbox mit Kabelbinder gesichert, der Auspuffhalter war komplett durchgerissen usw. Dennoch galt es, 280 km bis zurück nach La Grave zu bewältigen. Das sind trotz eines flotten Durchschnittstempos von 45 km/h rein rechnerisch sechs Stunden Fahrt. Pausen und Stopps kommen darüber hinaus noch dazu. Es würde also sicher ein langer Tag werden. Obwohl wir viele weitere bezaubernde Landschaften und sehenswerte Orte durchquerten, fühlte sich dieser Tag für uns wie ein echter Kraftakt an. Zwei weitere Mitfahrer, diesmal aus dem Team „Trop-Vites“, mussten wegen Defekten zurückbleiben. So kamen nur fünf von acht Fahrern auf eigener Achse im Start- und Zielort La Grave an. Nach einem ausgesprochen leckeren Paella-ähnlichen Abendessen für alle Teilnehmer und der Siegerehrung verabschiedeten wir uns schnell und waren froh in einem modernen, komfortablen Auto nach Hause fahren zu können.

Allein unter Franzosen

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Bei 60 Grad im Kastenwagen

Wie die anderen beiden heimgekommen sind, denen am letzten Tag zuerst die Kupplung verreckt ist und dann bei der Reparatur auch noch die Unterlegscheibe zerbrochen ist?

David berichtet: „Nachdem Sandro und ich eineinhalb Stunden auf den Pannendienst gewartet hatten, sind wir endlich zu zweit auf der Vespa losgefahren, die wir mit Sean getauscht hatten. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir jedoch schon die nächste Panne – der Kolben blockierte. Wir standen irgendwo in der Pampa, mitten im Nirgendwo, in einem Wald. Es war einfach nur noch zum Verzweifeln. Erneut warteten wir 15-20 Minuten. Als schließlich der Pannendienst ankam, hätte ich ihm mein erstgeborenes Kind oder sogar meine linke Niere gegeben, nur damit er uns bis nach La Grave mitnehmen würde. Aber er wollte nichts davon wissen und hätte uns am liebsten im Wald stehen lassen. „Ihr habt ja eine Versicherung“, sagte er. Nach langen Verhandlungen einigten wir uns darauf, dass er uns ins nächste Dorf bringen würde. So stiegen wir hinten in den Transporter ein, nach fünf Minuten Fahrt herrschten da drin circa 60 Grad.

Dieses Dorf bestand nur aus etwa 20 Häusern – ein Kaff! Wir gingen direkt zur nächsten Bar und prüften, ob es eine Bus- oder Bahnverbindung gab. Doch dieses Dorf hatte weder eine Bahn- noch eine Busverbindung – überhaupt nichts! Auf die Frage, wie weit es mit dem Taxi sei, bekamen wir zur Antwort: „800 Euro“. Und das an einem Sonntag, an dem sowieso niemand fahren würde. Wir waren ziemlich aufgeschmissen, fanden die Situation aber auch irgendwie lustig. Also gingen wir zurück zur Hauptstraße und versuchten, ein Auto anzuhalten und eine Mitfahrgelegenheit zu finden, um unser Ziel, die nächstgrößere Stadt, die etwa 40 Minuten entfernt lag, zu erreichen. Schließlich erbarmte sich eine ältere Dame unser und nahm uns einen Teil dieser Strecke mit. Als wir völlig verschwitzt und stinkend einstiegen, habe ich sie charmant umgarnt, und sie ließ uns dann tatsächlich die vollen 50 Minuten bis in die größere Stadt mitfahren.

Dort angekommen stellten wir uns an die Autobahnauffahrt mit einem Schild „Grenoble“ und warteten. Zu diesem Zeitpunkt erlebten wir einiges: Wir wurden angepöbelt, beleidigt, ignoriert und sogar ausgelacht. Wir hatten sogar eine Diskussion mit einem Migranten, der uns mitteilte, dass er genau wisse, wie wir uns fühlen. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir riesiges Glück, als uns zwei junge, vermeintlich lesbische Damen, die aus Frankreich kamen, aber in Genf lebten, mitnahmen. Sie fuhren uns die ganze Strecke von dort bis nach Grenoble, etwa drei Stunden, und sie waren ziemlich lustig.

In der Nähe von Grenoble stiegen wir dann aus und tranken noch etwas, während wir weitere drei Stunden im verpissten Raststättenrasen lagen und auf Sean warteten, der mit unserem Lieferwagen auf dem Rückweg in die Schweiz hier entlangkam. Kurz gesagt, wir hatten großes Glück, dass wir gleich zweimal aufgeschlossene Damen fanden, die uns über lange Strecken mitnahmen und deren Route perfekt zu unserem Ziel passte.“

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Nur fünf von acht Fahrern kamen auf eigener Achse ins Ziel
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Nach vier Tagen und 1.500 km am Ziel

Abschluss

Alle sind wieder zuhause angekommen und in ein paar Wochen sind sämtliche Blessuren an Mann und Gerät vollständig verheilt. Wir bedanken uns auf das herzlichste beim Vespa Club Dauphinois, nicht nur für die hervorragende Organisation, sondern auch für die einmaligen Erlebnisse, die wir bestimmt nicht so schnell vergessen werden. Was hätte ich mich geärgert, wenn ich hier nicht dabei gewesen wäre … In diesem Sinne, mehr brumm-brumm, weniger bla-bla! Bis zum nächsten Mal!

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Falls ihr ebenfalls ein Abenteuer auf dem Roller plant, empfehlen ich unseren umfangreichen Touren-Ratgeber.

André Jueterbock

Birçok videodan tanıdığımız, elinde anahtarla doğmuş, tutkulu bir yarışçı ve yıllardır SIP Scootershop'ta ürün tasarımcısı ve yönetici olarak çalışıyor.

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