© Copyright: Phantomias aus Wien
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Die Vespa PX125 T5, ein sportliches Sondermodell, entstand als Weiterentwicklung der 1977 eingeführten Vespa PX und wurde zwischen 1985 und 1993 produziert. Um mit der zunehmend leistungsstärkeren Konkurrenz mithalten zu können, entwickelte Piaggio in Zusammenarbeit mit Morini einen modernen, nahezu quadratischen Motor (55 mm Bohrung, 52 mm Hub) für die T5. Dieser Motor erreichte aus nur 123,5 ccm Hubraum beeindruckende 12 PS, was einer Literleistung von etwa 97 PS entspricht.
Das Design der T5 zeichnet sich durch sportliche Akzente aus: Der Lenker wurde modifiziert und integrierte nun einen Tacho mit Drehzahlmesser und eckigem Scheinwerfer. Weitere optische Anpassungen umfassten einen neu gestalteten Kotflügel, eine spitzere Front mit schwarzem Grill, einen Rechteckscheinwerfer, eine kompakte Windschutzscheibe sowie eine umfangreiche Instrumentierung mit einem Flüssigkristall-Drehzahlmesser. Die Räder waren mit Kunststoffradkappen versehen, unter dem Fußbrett befand sich ein schwarzer Spoiler, und der Motor war vollständig verkleidet. Eine kleine Ablageschale oberhalb des Gepäckfachs und eine nach hinten ansteigend geformte Sitzbank, die sich von den Schwestermodellen unterschied, rundeten das Design ab.
Die ursprüngliche Vespa T5 wurde von Anfang 1985 bis Januar 1993 produziert und zeichnete sich durch ihren T5-Rahmen, Motor sowie diverse Anbauteile aus. Sie war sowohl mit als auch ohne Getrenntschmierung verfügbar und konnte mit oder ohne Elestart erworben werden. Das Besondere an der T5 war der Tacho, der entweder einen digitalen oder seltener einen analogen Drehzahlmesser aufwies. Auf dem deutschen Markt wurde die Vespa T5 mit einer Sitzbank mit Haltebügel angeboten, während in anderen Märkten eine Version mit Halteriemen verfügbar war.
Die Vespa T5 Classic, die in Großbritannien vertrieben wurde, basierte auf dem PX Lusso-Rahmen mit rundem Scheinwerfer, integrierte jedoch den T5-Motor. Zusätzlich verfügte sie über einen Spoiler und eine Kleinteileablage auf dem Handschuhfach.
Im Gegensatz dazu hatte die Vespa T5 Millenium, ebenfalls aus Großbritannien, zwar den PX Lusso-Rahmen mit rundem Scheinwerfer und den T5-Motor, jedoch keinen Spoiler und keine Kleinteileablage.
In Spanien wurden die Modelle Motovespa PX125 T5 und PX125 T5 Sport hergestellt. Diese hatten einen T5-Rahmen mit T5-Motor und unterschiedliche Fahrgestellnummern für die T5 Sport und T5 Elestart Versionen. Die früheren „Sport“-Modelle zeichneten sich durch einen kurzen 4. Gang und einen spezifischen Piaggio-Auspuff aus, während spätere Modelle einen längeren 4. Gang und einen Auspuff von IXIL hatten. Aufgrund spanischer Gesetzgebung verfügten viele dieser Modelle über Lichtschalter ohne die Möglichkeit, das Licht komplett auszuschalten.
Die Vespa PX 200 GS und PX 200 GS-Modelle kombinierten einen T5-Rahmen mit einem PX200-Motor und waren mit Haltebügeln an der Sitzbank statt Riemen, sowie spezifischen Beschriftungen und Abzeichen ausgestattet.
Die Motovespa TX 200 aus Spanien verwendete ebenfalls einen T5-Rahmen, jedoch mit einem PX 200 Lusso Motor. Diese Modelle hatten verschiedene Motorvarianten und Fahrgestellnummern, je nachdem, ob sie mit oder ohne Elestart waren. Es gab Gerüchte, dass diese Modelle entstanden, um überschüssige T5-Rahmen zu verwerten.
In Indien produzierte LML die T5 Modelle mit PX-Kotflügel und PX100/150/200-Motoren, wobei die 200er Modelle hauptsächlich für den australischen Markt bestimmt waren. Die Nachfolger, LML Select/Select 2, hatten einen PX150-Motor und modifizierte Designelemente.
PT Dan Motor Excel 150/200 aus Indonesien verwendete ebenfalls den T5-Rahmen mit PX150/200-Motoren, allerdings mit anderen hinteren Blinkern.
Schließlich gab es in Taiwan die Vespa PX 150 E T5, die einen T5-Rahmen mit einem PX150-Motor kombinierte.
Der Motor der Vespa, versteckt hinter einem Resonanzauspuff in der charakteristischen Vespa-Form, galt lange Zeit als der stärkste in Piaggios 125 ccm Klasse. Sein Aufbau mit fünf Überströmkanälen (T5) – zwei großen und zwei kleinen seitlichen Überström-/Stützkanälen sowie einem mittleren Spülkanal – ähnelt modernen Motorkonzepten und stellt einen deutlichen Fortschritt gegenüber den 2-kanaligen 5 PS Motoren der frühen 70er Jahre dar. Zur Steigerung der Leistung wurde der Brennraum halbkugelförmig gestaltet und mit einem Verwirbelungskranz versehen. Zudem wurden Ansaug- und Auspufftrakt optimiert, die Kühlrippen vergrößert, der Vergaser erweitert und die Kurbelwelle verstärkt.
Der Rahmen der Vespa T5 besteht aus einer Schalenbauweise mit aus gepressten Blechen gefertigt. Die Rahmennummer befindet sich am Rahmen unter der Motorbacke. Der Kotflügel der T5 ist einzigartig in seiner Gestaltung, ohne seitliche Sicke und mit einer hochgezogenen Unterkante, die über dem Rad eine Durchsicht ermöglicht. Im Vergleich zu den PX-Modellen ist der Befestigungswinkel am Lenkrohr etwa zwei Zentimeter höher. Der Kotflügel ist aus einem Stück gepresst, nicht in zwei Hälften wie bei der PX. Entsprechend ist das Lenkrohr der T5 mit einer anderen Kotflügelhalterung und durchgehendem Gewinde ausgestattet, da der Lenker nicht geklemmt, sondern verschraubt wird.
Die Sitzbank bzw. der Sattel der T5 ist eine schwarze Doppelsitzbank, hinten gekennzeichnet mit einem großen Outline-Schriftzug „T 5“ und einem Sitzbankschloss. Die Schriftzüge und Embleme umfassen das Piaggio-Hexagon am oberen Ende der Hupenkaskade, ein Beinschildbadge mit dem Schriftzug „vespa“, und auf beiden Backen ein Badge mit dem Schriftzug „T5“. Bei der T5 Millenium findet sich nur auf der Motorbacke ein silberner Antikschriftzug „Vespa“ und daneben ein kleiner Schriftzug „Millenium“.
Die Beinschildkante ist mit schwarzem Gummi versehen. Anstelle von Trittleisten gibt es Gummimatten auf dem Trittbrett und dem Rahmentunnel. Zierleisten fehlen in den Varianten für Italien, Deutschland und Spanien, während die T5 Classic (UK) und T5 Millenium eine Kotflügelfinne aus schwarzem Kunststoff haben. Zu den weiteren Anbauteilen gehört ein Heckabschluss aus schwarzem Kunststoff mit Spritzschutz.
Der Tacho der Vespa T5 stammt von Veglia Borletti und verfügt über einen digitalen Drehzahlmesser, eine Tankanzeige und eine Geschwindigkeitsanzeige, die bis 130 km/h reicht. In seltenen Fällen war dieser Tacho auch mit einer zusätzlichen Meilenskala erhältlich. Bei den Rückspiegeln gab es Unterschiede zwischen den Modellen: Frühe Modelle hatten runde Spiegel, die unter dem Lenker befestigt waren. Spätere Modelle hingegen montierten die eckig geformten Spiegel oben am Lenker, rund um den Tacho.
Das Ersatzrad der Vespa T5 befindet sich unter der linken Backe des Rollers. Zu den weiteren Anbauteilen gehören eine kleine, getönte Schutzscheibe am Lenkkopf, ein Spoiler unten am Übergang vom Beinschild zum Trittblech und ein Ablagefach aus schwarzem Kunststoff für Kleinteile über dem Handschuhfach, oft gekennzeichnet mit einem zweizeiligen Aufkleber „POLE POSITION“. Die Motorverkleidung ist ebenfalls aus schwarzem Kunststoff gefertigt und verfügt innen über Dämmvlies, das sowohl zum Schutz als auch zur Geräuschdämmung dient.
Bei der Vespa T5 unterscheidet sich die Kurbelwelle von der der PX-Modelle in ihrer Breite über beide Wangen. Dies hat auch Auswirkungen auf das Kurbelgehäuse, das entsprechend breiter gestaltet ist.
Die Zylinderaufnahme des Motorblocks weist spezielle Überströmer und ein eigenes Stehbolzenmuster auf. Aufgrund der Größe dieser Überströmer bleibt weniger Platz für die Grundplatte der Zündung, weshalb diese bei der T5 im Durchmesser kleiner ist.
Weitere Unterschiede finden sich im Lüfterrad, das sich von dem der PX unterscheidet.
Das Kurbelwellenlager auf der Lichtmaschinen-Seite ist größer als bei der PX.
Der Drehschieber-Einlass in der linken Motorhälfte weist ebenfalls eine andere Form auf.
Ein weiteres charakteristisches Merkmal der T5 ist die Kickstarterwelle, die der der Rally ähnelt, mit einer im Vergleich zur PX verdrehten Verzahnung. Dies bedeutet auch, dass der Kickstarter selbst bei der T5 anders ist als bei der PX. Zudem verfügt die T5 nicht über ein Gewinde am Widerlager der hinteren Bremszughülle. Diese Unterschiede unterstreichen die spezielle Konstruktion und das einzigartige Design der Vespa T5 im Vergleich zu anderen Modellen wie der PX.
Die geringen Verkaufszahlen der Vespa T5, kombiniert mit dem häufigen Ausschlachten der Fahrzeuge und der Zerstörung vieler Motoren und Teile, insbesondere während der Cut-Orgien in den 1990er Jahren, führten dazu, dass heute nur relativ wenige dieser Roller überlebt haben. Diese Entwicklung hat auch eine Verknappung der Ersatzteile zur Folge. Obwohl die T5 in der Vergangenheit oft als unattraktiv kritisiert und missachtet wurde, ist sie heutzutage ein gesuchtes Modell, besonders wenn sie im Originalzustand erhalten ist. Wo suchst du nach diesem Fahrzeug?
Beim Vespa-Händler deines Vertrauens
Kleinanzeigen der Lokalzeitung
Märkte und Messen wie z. B. Mostra Scambis in Italien
Onlinemarktplätze wie www.mobile.de, www.autoscout24.de usw.
Das Modell erhielt den inoffiziellen Namen „Pole Position“, weil Piaggio es als Trophäe an den schnellsten Trainingspiloten in der Formel 1 verlieh. Nelson Piquet, ein bekannter Formel-1-Fahrer, konnte so insgesamt neun dieser Motorroller für sich beanspruchen.
Die Verkaufszahlen der Vespa blieben jedoch weit hinter den Erwartungen zurück, mit einer Gesamtproduktion von knapp 42.000 Stücken. In Deutschland trug zudem die Führerscheinklassifizierung zur geringen Nachfrage bei: Zu dieser Zeit waren entweder 50, 80 oder direkt Motorräder mit 200 ccm und mehr gefragt, während die 125 ccm Klasse wenig Interesse weckte.
Weitere interessante Infos finden sich auf der privaten Webseite https://www.vespa-t5.org
Bei der Datenerfassung zur T5 mussten wir fortwährend an eine Person denken: Die wandelnde Roller-Enzyklopädie, deren Beiträge und Kommentare im GSF eine bleibende Hilfe und Bereicherung für jeden Rollerfahrer sind. Daher möchten wir an dieser Stelle Rainer Kurz aus Nürnberg danken. Wir werden dich nie vergessen.
Baujahr | Rahmennummern | Stückzahl | Typ |
|---|---|---|---|
1985 | VNX5T ☆ 1101 - 16089 | 14.989 Stück | |
1986 | VNX5T ☆ 16090 - 24139 | 8.050 Stück | |
1987 | VNX5T ☆ 24140 - 30975 | 6.836 Stück | |
1988 | VNX5T ☆ 30976 - 33368 | 2.393 Stück | |
1989 | VNX5T ☆ 33369 - 35991 | 2.623 Stück | |
1990 | VNX5T ☆ 35992 - 37161 | 11.170 Stück | |
1991 | VNX5T ☆ 37162 - 37495 | 334 Stück | |
1992 | VNX5T ☆ 37496 - 37588 | 93 Stück | |
1993 | VNX5T ☆ 37589 - ###### | ## Stück | |
| Stückzahl insgesamt: | > 36.489 Stück |
|
Baujahr | Rahmennummern | Stückzahl | Typ |
|---|---|---|---|
1985 | VNX5TT ☆ 3000001 - 3001031 | 14.989 Stück | |
1986 | VNX5T ☆ 3001032 - 3003323 | 8.050 Stück | |
1987 | VNX5T ☆ 3003324 - 3003878 | 6.836 Stück | |
1988 | VNX5T ☆ 3003879 - 3004406 | 2.393 Stück | |
1989 | VNX5T ☆ 3004407 - 3004678 | 2.623 Stück | |
1990 | VNX5T ☆ 3004679 - 3005079 | 11.170 Stück | |
| Stückzahl insgesamt: | 5.079 Stück |
|
Farbe | Name | Max Meyer Code | Info |
|---|---|---|---|
Rosso Corsa | 1.298.5806 | 1985 | |
Bianco Dolomiti | 1002M | 1986 | |
Blue Spazio | 7005M | 1986 | |
Grigio Titanio | 8005M | 1986 | |
Nero | 9000M | 1986 | |
Grigio | 8012M | Rostschutz/Grundierung |
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