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Podcast "Wegebedarf" bei SIP Scootershop - Digitalisierung

Criado por Ralf (SIP) às 17:02 em 10 de fevereiro de 2022

Ulrich Zimmermann hat mit 22 den elterlichen Großhandel übernommen, den Umsatz des Betriebes verdreifacht und kurzer Hand für sich persönlich die 1-Tage Woche eingeführt. Mehrfach ausgezeichnet unter anderem mit dem „StrategiePreis“ und dem Preis „Innovativer Mittelstand“ hat er in den letzten 20 Jahren mehr als 5.000 Mal als Unternehmensberater den „WegeBedarf“ von Unternehmen ermittelt und begleitet.

Ulrich ist Herausgeber des Unternehmer Podcasts "Wegebedarf" in dem er als "Best Buddy" Interessierte auf dem Weg zu persönlicher und unternehmerischer Freiheit begleiten möchte. Sein Motto: mehr Zeit, mehr Spass, mehr Geld - leichter, menschlicher, nachhaltiger".

Dabei besuchte er in Episode #058 uns bei SIP Scootershop und sprach mit Ralf Jodl, Mitgründer und Geschäftsführer, über das Thema "Die Herausforderung der Digitalisierung in einem schnell wachsenden Unternehmen". 

Ralf Jodl, Mitgründer und Geschäftsführer von SIP Scootershop auf der Vespa in Südfrankreich

Aus der Garage zum Weltmarktführer rund um Vespa & Motorroller

500.000 Kunden weltweit, 50.000 Artikel im Online Shop, 100 Mitarbeitende… eine gigantische Erfolgsstory mit ganz viel Wegebedarf. Eine wirkliche "von der Garage zum WeltMarktführer"-Story. Als Ralf und Alex sich die ersten Vespas gekauft haben, wollten sie einfach nur cooler sein als andere und ihre Vespas auch noch ein wenig flotter und hübscher machen. Das wollten viele andere wohl auch. Wer Nutzen stiftet, wird Erfolg ernten. In diesem Gespräche beleuchten wir speziell die Herausforderungen der Digitalisierung und auch die Folgen zweier böser CyberAngriffe. An was mussten Ralf und Alex alles denken, welchen Hürden meistern, wie das Wachstum auf digital stemmen.

Hier kann man sich die Folge #058 "Die Herausforderung der Digitalisierung in einem schnellwachsenden Unternehmen" anhören. Wem der Podcast gefallen hat, gerne teilen, Ulrich´s Kanal abonnieren und im Fall eines persönlichen "Wegebedarfs" den Herausgeber direkt kontaktieren.

Viel Spass beim Zuhören:

Ulrich Zimmermann: Es riecht nach frischem Espresso. Überall auf den Leinwänden und Bildschirmen laufen Bilder von jungen Menschen und auch älteren auf Scootern, auf Vespas, die allein und in Gruppen und mit viel Spaß irgendwo im Süden mit Sonnenschein und hin und her mit viel Spaß unterwegs sind. Und so ein Geschäft zu betreiben und aus einer Nische, einer Mini-Nische, einer Garage, wo man - wo Ralf Jodl selber an seiner Vespa geschraubt hat, zum unangefochtenen Marktführer in dieser Nische zu werden, mit weltweit über 500.000 Kunden und weit über 50.000 Artikel in seinem Online-Shop. Und deswegen reden wir heute mit Ralf Jodl, dem Co-Founder vom SIP Scootershop darüber, welche Herausforderungen die Digitalisierung seines Geschäfts für ihn als Unternehmer mitgebracht hat. Herzlich willkommen heute im Podcast. Herzlich willkommen, Ralf Jodl.

Ralf Jodl: Vielen Dank für die blumigen Einleitungsworte.

Ulrich Zimmermann: Ja, es ist immer besser, jemanden vorzustellen. (Man selbst ist viel zu bescheiden und mag gar nicht erzählen? 02:02).

Ralf Jodl: Danke für die Einladung. Danke!

Ulrich Zimmermann: Wir sitzen ja auch hier tatsächlich Flagship Store in Landsberg und es ist genauso, wie man sich das vorstellt. Ich meine, die hübschen Italienerinnen fehlen, aber ansonsten sieht das alles aus, wie man sich das so rund um Vespa und Roller und Zubehör und Helme vorstellt. Also nur, damit ihr jetzt mal als Hörer ein Setting habt. Es riecht nach Espresso. Es gibt auch hier überall genau dieses italienische Flair, was man so mit Roller fahren und Frühling und Aufbruch und Flugzeuge im Bauch verbindet. Ein cooles, emotionales Geschäftsmodell. Aber heute reden wir nicht über die Emotionen, sondern über die Digitalisierung. Und in 20 Jahren zum Weltmarktführer aufzusteigen, ist ja auch nicht so einfach. Wann ist denn die Idee gekommen, so groß werden zu wollen?

Ralf Jodl: Gut, groß ist relativ. Wir sind Weltmarktführer in einer sehr kleinen Nische aus dem Zweirad Bereich. Das muss man vielleicht schon dazu sagen, dass man da jetzt die richtige Vorstellung hat, wo wir sind.

Ulrich Zimmermann: Aber Weltmarktführer in einer Nische ist schon mal cool. War denn die Idee, das so groß zu boosten, wie es jetzt ist?

Ralf Jodl: Wir haben begonnen 1994. Also auch wenn man über Digitalisierung spricht, natürlich eine ganz andere Zeit, eine ganz, ganz andere Zeit.

Ulrich Zimmermann: Ganz andere Zeit.

Ralf Jodl: Und entstanden ist es aber jetzt nicht als Geschäftsmodell, wo man ein Businessmodell erst einmal entwickelt hat und dann das umgesetzt hat, sondern entstanden ist es tatsächlich aus einer Leidenschaft und aus einem Hobby raus. Mit 16 habe ich mir die erste Vespa gekauft. Der Alexander Barth, der Partner von mir, mit dem ich das eben von Anfang an zusammen mache, auch. Und die Vespa hat damals geboomt bei uns in der Region. Also der Schulparkplatz mit den Zweirädern war vollgestanden -

Ulrich Zimmermann: Das war einfach cool.

Ralf Jodl: Genau. Alle die Coolen hatten eine Vespa. Da gab es noch ein paar, die aus unserer Sicht nicht so cool waren, die hatten irgendeine KTM oder irgendein Moped. Aber die Coolen hatten eigentlich eine Vespa, weil die Vespa viel mehr war als nur dieses Transportmittel von A nach B, sondern das war Kleidung, das war Musik, das war eine Subkultur. Da ist ganz viel mit geschwungen. Das ist ein eigener Podcast wert, die Geschichte zu erzählen.

Ulrich Zimmermann: Ja, das stimmt.

Ralf Jodl: Aber es hat sehr viele gute Gründe gegeben, sich eben eine Vespa zu kaufen damals. Und das war sehr anziehend. Aber es gab Ersatzteilschwierigkeiten. Es gab den Rollershop in Augsburg. Das war eigentlich so der Dominante, aber der ist so ein bisschen auf dem, sage ich mal, Sortiment, ein bisschen eingeschlafen, auf dem bestehenden, hatte keinen richtigen Konkurrenten. Wenn man keinen richtigen Konkurrenten hat, wird man müde oder schläfrig. Und dann ist aber schon - es gab in Italien dann schon neue Produkte, die interessanter waren, spannender waren, größere Auspuffanlagen in England, und da war dann quasi so unser Einstieg. Das haben wir angefangen für uns, für Freunde zu organisieren, zu besorgen. Und das ist dann nach und nach in, ja, eigentlich in ein Geschäft dann so reingerutscht, ohne dass man das will, neben Schule, Studium, so 

Ulrich Zimmermann: Plötzlich hat man einen Rollershop.

Ralf Jodl: Ja, es ist ja weiterhin ein Hobby geblieben, auch die ganzen Teile. Für uns ist ja immer noch so, das ist auch heute noch so, wenn unten eine Warenlieferung kommt mit irgendeinem neuen Eigenprodukt, dann laufen da alle runter, das spricht sich dann so rum, "Hey, die neuen Felgen sind da!", und dann sieht man sie plötzlich alle wieder, dann trifft man sich unten und aufmachen ist ja wie Weihnachten.

Ulrich Zimmermann: Unboxing.

Ralf Jodl: Unboxing, genau.

Ulrich Zimmermann: Genau, da könnte man ja tatsächlich stundenlang auch drüber schwärmen. Das kann ich direkt nachvollziehen. Das ist einfach - so ein schön emotionales Geschäft ist ja schon echt cool und jetzt habt ihr ja irgendwann mal beschlossen, zu digitalisieren. Jetzt haben wir ja von unserer Hörerschaft - das sind ja alles normale KMUs, irgendwie One-Man-Shows bis 50, 100, 200 Leute, also ganz normale Leute, die sehr bodenständig unterwegs sind. Was versteht denn ihr eigentlich unter Digitalisierung, bevor wir mal gucken, was ihr gemacht habt? Weil, es gibt ja immer dieses Buzzword - man fragt zehn Leute nach Digitalisierung und kriegt 15 Meinungen. Was ist denn für dich Digitalisierung?

Ralf Jodl: Also für uns ist es eigentlich, Prozesse in elektronischer Form abzubilden. Das wäre jetzt so meine Laienerklärung für Digitalisierung. Und so erleben wir es halt auch. Immer mehr Sachen, die vorher in Papierform stattgefunden haben, werden digital. Also, am blödesten natürlich, wir hatten ja am Anfang Faxbestellungen, sowas gibt es ja nicht mehr.

Ulrich Zimmermann: Ne.

Ralf Jodl: Oder wir hatten Postkarten. Und wir haben wirklich Bestellkarten in Katalogen gehabt, dann haben die Leute die Postkarte ausgefüllt, Briefmarke draufgeklebt, und haben sie zu uns geschickt. Wir haben die Bestellung wieder eingetippt und haben es verschickt. Das gibt es aber seit zehn Jahren gefühlt nicht mehr.

Ulrich Zimmermann: Jetzt wird das über den Onlineshop gemacht. Wie habt ihr denn angefangen? Oder andersherum, was waren denn die Grundüberlegungen zu sagen - ihr seid ja jetzt tatsächlich mit gigantischem Lager weltweit, mit Onlineshop, mit 55.000 Produkten, mit - im Prinzip habt ihr ja alles online, mit riesen Digitalisierung rund um diese emotionalen Produkte - was waren denn die Grundüberlegungen, als ihr angefangen habt, euch mit dem Thema Digitalisierung ganz systematisch zu beschäftigen?

WegeBedarf, der Podcast. Spurensuche.

Ralf Jodl: Also das war tatsächlich ein ganz frühes Thema für uns, weil wir eben eine Nische bedienen. Und eine Nische bedeutet, dass uns der Landkreis Landsberg natürlich kundenmäßig nicht weit reicht. Das ist für eine Werkstatt in Ordnung, für eine lokale. Aber für uns war schon eigentlich immer die Idee, wir wollen ein bisschen mehr sein als eine lokale Rollerwerkstatt. Was jetzt nicht heißt, dass eine lokale Rollerwerkstatt schlecht ist, sondern für uns war immer schon die Idee, wir wollen eigene Produkte produzieren und wir wollen Handel betreiben. Und da ist der Landkreis halt ein bisschen klein. Und wir haben ja angefangen in einer alten Kaserne in Landsberg. In Landsberg gab es ja, ich glaube fünf Kasernen mal und genau in der Zeit Anfang der 90er, wo wir begonnen haben, sind die Kasernen alle geschlossen worden und es gab große Freiflächen. Die Stadt hat damals eigentlich eher ein Problem gehabt, die hat die nämlich kaufen müssen, glaube ich, mehr oder weniger, und hatte viel Fläche frei, wo eigentlich keiner so recht wusste, was man damit anfangen soll. Also auch sowas, was man sich heute nicht mehr vorstellen kann, weil heute gibt es überhaupt keine Fläche für Startups oder für Neugründungen. Und wir hatten eben eine und in der Kaserne waren ungefähr 100 Firmen, die sich neu gegründet hatten, damals. Unter anderem auch eine Firma, die Internet gemacht hat. Das war ja 1994 so ein Ding, da wusste man nicht so recht, was ist denn das -

Ulrich Zimmermann: Da war man vorne dran.

Ralf Jodl: - dieses Internet. Und die haben uns dann überhaupt mal unsere Domain, also diese www.sip-scootershop.com - Domain, gleich reserviert und haben uns dann die erste Seite eingerichtet. Wir hatten auch einen Mitarbeiter, der sich da ziemlich reingekniet hat. Das heißt, wir haben, glaube ich, 1995 den ersten Onlineshop gehabt.

Ulrich Zimmermann: Ganz gut. Ich meine, das war auch schon sehr früh.

Ralf Jodl: Das hier war noch ganz simpel. Ich weiß auch, man hat sich damals noch ins Internet eingewählt mit einem Modem.

Ulrich Zimmermann: Diese quietschenden "Düdüdüdü".

Ralf Jodl: Ja, ja, genau.

Ulrich Zimmermann: Also sehr früh dabei.

Ralf Jodl: Dann kam der T-Online Screen und dann waren wir online und dann hat man ganz schnell die E-Mails abgeholt, weil dann hat man schnell wieder abschalten müssen, weil es war teuer.

Ulrich Zimmermann: Hat gekostet. Also dann wart ihr ja sozusagen Internet-User der ersten Stunde. Das ist schon mal cool.

Ralf Jodl: Einfach um auch an Kunden in Hongkong, in England und in Frankreich zu kommen. Das war so ein bisschen schon diese Grundidee. Über Zeitschriften geht es natürlich. Also es gab auch da andere Möglichkeiten, aber eben auch schon über eine Website und über E-Mail-Kontakt und Internet.

Ulrich Zimmermann: Und dann ist es ja weitergegangen, weil sowas bleibt ja nicht stehen. Man kommt ja dann irgendwann, so wie jetzt auch mit eurem großen neuen Gebäude hier in den Flagship Store mit einem riesen Lager hintendran - da muss man ja Grundsatzüberlegungen nochmal starten. Was waren denn da so auch in der Breite die Ansätze, wo ihr gesagt habt, das müssen wir alles bei Digitalisierung bedenken?

Ralf Jodl: Also es gibt jetzt nicht den Punkt, wo wir sagen, "Ab heute machen wir -" oder "Ab morgen wird alles digital, was bisher in Papier stattfindet." Ich glaube, das ist so, dass man immer -

Ulrich Zimmermann: Ein laufender Prozess.

Ralf Jodl: Ein laufender Prozess, der, glaube ich, auch nie wirklich aufhört und der wahrscheinlich da, wo es am meisten wehtut, am schnellsten beginnt

Ulrich Zimmermann: Wo tat es am meisten weh?

Ralf Jodl: Also jetzt, wie wir 2016 hier in das neue Gebäude gezogen sind, da hatten wir ja sehr viele Logistikprozesse umstellen müssen, und da haben wir festgestellt, uns tut es weh, dass jeder Kommissionierer immer noch mit einem ausgedruckten Kommissionierschein durch das Lager läuft.

Ulrich Zimmermann: Klar.

Ralf Jodl: Dazu kam auch - wir hatten jetzt mehr Zonen im Lager, das ging auch nicht mehr. Und dann haben wir uns überlegen müssen, wie bekommen wir den Prozess digitalisiert? Also dass quasi nicht der Anstoß der Kommissionierung ist, ein Kommissionierschein wird ausgedruckt und jemand läuft los und hakt ab und legt Sachen in eine Box. Da mussten wir uns was Neues überlegen. Wir haben uns viele Firmen angeschaut. Wir haben wir uns 20 Firmen angeschaut, bevor wir hier den Logistikprozess für uns festgemacht haben.

Ulrich Zimmermann: 20? Wow.

Ralf Jodl: Also alle Branchen. Und - also wir waren bei einem Game Stopp in Memmingen, wir waren beim Musikhaus Thomann in - irgendwo in Franken sind die, glaube ich. Wir waren aber auch bei einem relativ direkten Wettbewerber, beim Louis Motorrad in Hamburg. Also wir waren ganz schön unterwegs und haben uns sehr viel angeschaut. Wir haben nie eine Absage bekommen. Das ist eigentlich eine tolle Unternehmerkultur hier.

Ulrich Zimmermann: Das ist super.

Ralf Jodl: Wir sind von jeder Firma eingeladen worden. "Klar könnt ihr kommen, schaut es euch an." Und da haben wir natürlich überall für uns was mitgenommen. Also jeder hat eine andere Kommissionierstrategie. Mehrstufig, einstufig. Es gibt verschiedenste Konzepte. Die einen haben nur One Picks, also die haben nur einen Teil pro Lieferung. Wir haben ungefähr 18 Positionen pro Paket. Also jeder hat natürlich auch ein bisschen andere Ansprüche, aber für uns war es wichtig, wir haben fünf Kommissionierzonen, die müssen irgendwann verheiratet werden. Also in allen Zonen soll gleichzeitig begonnen werden, zu kommissionieren. Dann muss das verheiratet werden an einem Punkt, um dann an einen Packplatz zu kommen, der dann diese im Schnitt 18 Teile in ein Paket packt.

Ulrich Zimmermann: Das ist aufwendig.

Ralf Jodl: Und da stößt dann das Papier an seine Grenzen. Und dafür haben wir so eine Lösung gebastelt mit iPods. Also wir haben ein Prinzip jeder Kommissionierung hat eine Art iPod mit einem Scanner Aufsatz und bekommt dann quasi auf dem Display angezeigt, wo er als nächstes hinlaufen muss, in welches Fach er greifen muss und das, was er aus dem Fach holt, in welche Box er es legen muss. Und dann hat er noch ein paar Zusatzinfos mit dem Wagen und so weiter, aber das kriegt er alles über den iPod gesteuert.

Ulrich Zimmermann: Logistisch gut aufeinander abgestimmt, kurze Wege.

Ralf Jodl: Aber das war eben so ein Prozess, der hat - 

Ulrich Zimmermann: Da muss man viel denken.

Ralf Jodl: Ja, da muss man auch viel denken. Wir hatten einen großen Schmerz und mussten da eine Lösung finden. Und dann ist so ein Prozess digitalisiert worden.

Ulrich Zimmermann: Jetzt hattest du ja in der Vorbereitung gesagt, dass du auch noch an andere Sachen gedacht hast. Vielleicht bauen wir die an der Stelle gerade mal ein, weil ein Schmerzpunkt war jetzt zum Beispiel das Thema, "Wie kriegen wir die Logistik optimiert?" Was waren denn so andere Schmerzpunkte?

WegeBedarf, der Podcast. Immer weiter.

Ralf Jodl: Anderer Schmerzpunkt ist dann das Thema IT-Sicherheit.

Ulrich Zimmermann: Wichtiger Punkt.

Ralf Jodl: Klar, wir haben natürlich Datenbanken und Kundendaten. Zum Beispiel haben wir jetzt keine Kreditkartendaten mehr hier gespeichert. Gibt es seit langem nicht mehr. Ist also nicht mehr zeitgemäß, wird dann ausgelagert. Wir arbeiten nur noch mit Tokens. Also wir haben keine Zahlungsdaten mehr hier im Haus. Auch gut, weil dann müssen wir uns auch nicht um die Sicherheit dieser Daten kümmern. 

Ulrich Zimmermann: Definitiv. 

Ralf Jodl: Aber wir haben den Fall von Krypto Trojanern gehabt. Geht ja immer wieder durch die Medien. Bei uns war es vor drei Jahren ungefähr, wir hatten es zweimal hintereinander. Also das ist so das Kind, das auf die Herdplatte langt, sich verbrennt, aber noch nicht genug davon bekommt.

Ulrich Zimmermann: Und immer wieder drauflangt, okay. 

Ralf Jodl: Und dann haben wir es aber tatsächlich angegangen. Datensicherungen. Auch wirklich mit der Transparenz, ist meine Datensicherung auch wirklich gelaufen heute Nacht? Das will ich jetzt schon jeden Tag sehen.

Ulrich Zimmermann: Und ist auch das drauf, was wir gerne hätten?

Ralf Jodl: Weil es einfach wichtig ist, das Thema. Und ja, da kann man natürlich dann auch - da muss man dann auch für sich so eine Balance finden zwischen Aufwand und Ergebnis. Man kann natürlich Pen Tests machen, so Penetration Tests. Man könnte jetzt irgendwelche Hacker versuchen lassen reinzukommen. Muss man natürlich dann irgendwann auch sagen, so, jetzt glauben wir, dass wir es einigermaßen im Griff haben.

Ulrich Zimmermann: Ja, viele Unternehmer-Kollegen - da würde ich mich ja selbst auch mit einbeziehen - "Ja, komm, wird schon gut gehen, da passiert ja nichts. Was will einer mit meinen Daten? Ist doch immer gut gegangen."

Ralf Jodl: Ja, das hat man spätestens dann, wenn plötzlich ganze Verzeichnisse verschlüsselt sind und die Bitcoin Adresse aus der Ukraine überall drin steht. Spätestens dann denkt man natürlich ein bisschen anders, da geht viel Arbeit verloren - also bei uns ist damals sehr viel Arbeit verloren gegangen. Das war extrem ärgerlich. Aber es ist zum Glück nicht das Geschäftsmodell an sich in Probleme gekommen, also der Alltag. Hätte aber auch anders laufen können.

Ulrich Zimmermann: Ich meine, das ist ja so ein Punkt, weil auch im Podcast hoffentlich viele Leute zuhören, zu sagen, ja, "Ich bin auch so ein Verdränger, wird schon gut gehen.", bis der Moment kommt, wo dann die Lösegeldforderung von 15, 20, 50.000 Euro auf dem Tisch liegt, sozusagen, oder euer Geschäft läuft halt nicht mehr. Das sind ja schon so Sachen, die kann man eigentlich nicht verdrängen. Also wenn da die Existenz dranhängt - und im Podcast geht es ja unter anderem auch um unternehmerische Freiheit - die wäre dann extrem gefährdet. Wie viel Kilometer Kabel habt ihr hier verlegt?

Ralf Jodl: Bestimmt zehn Kilometer Glasfaserkabel und Netzwerkkabel.

Ulrich Zimmermann: Anderer Aspekt, hattest du eben erwähnt, ist auch das Thema DSGVO-Verdächtigkeit oder sauber gesetzlich abgewickelt, wie macht ihr das genau?

Ralf Jodl: Genau, Datenschutzgrundverordnung ist ja auch so ein Thema, das ständig durch die Medien schwirrt, fast jeden betrifft, weil wer hat keine Webseite, wer hat keine Kundendaten? Das sind alles Themen, die jeden betreffen. Ist der Cookie Consent noch richtig beim Akzeptieren? Darf der Haken gesetzt sein, darf er nicht gesetzt sein? Tausend Themen, Drittanbieter, IP-Adressen, anonymisiert auf einem amerikanischen Server oder auf dem europäischen Server, macht alles Unterschiede, muss alles in der Datenschutzerklärung gelistet sein. Ist eigentlich auch gar nicht mehr - jetzt für einen kleinen Betrieb ohne Rechtsabteilung - abbildbar, ohne dass man externe Hilfe dazu nimmt.

Ulrich Zimmermann: Das wäre auch eine gute Überleitung zur nächsten Frage. Das hört sich ja alles sehr komplex an und eigentlich soll der Podcast ja auch Mut machen zu sagen, "Fang jetzt einfach mal an.", weil das ist wichtig. Und da gibt es ja immer die Entscheidung zwischen was mache ich selbst und was kaufe ich mir extern zu. Wo habt ihr da die Unterscheidungen zwischen - in neuhochdeutsch, Make or Buy - was macht ihr selbst und was kauft ihr zu?

Ralf Jodl: Also da muss man vielleicht auch noch mal einen Schritt zurück machen - dieses Thema ist natürlich kompliziert. Das ist bei uns auch sehr kompliziert, weil wir halt komplett auf Web basieren. Ich sage mal, ein Gründer, der einen Standardshop nimmt, der hat es ein bisschen einfacher, weil dann der Standardshop schon sehr viele Sachen löst. Der bietet schon den richtigen Cookie Consent und der bietet vielleicht sogar schon eine Datenschutzerklärung. So, also da kann man das schon ein bisschen standardisierter, vereinfachter machen. Das geht bei uns nicht, weil halt bei uns sehr viel mit der Hand und manuell gemacht wird. Aber dann gibt es eine IT-Rechtskanzlei in München - also einfach ein IT-Anwalt, den man dann dazunehmen muss, der den externen Datenschutzbeauftragten stellt, der einem diese ganzen Verfahrensverzeichnisse erstellt, also alles, was intern ist, wann hat ein Kunde das Recht, dass seine Kundendaten gelöscht werden? Das gibt es ja auch, das Recht. Der Kunde kann ja anrufen und sagen, "Bitte alle meine Daten löschen." Es gibt aber auch eine Aufbewahrungspflicht, zehn Jahre, die dagegen steht und dann muss eben abgewogen werden, was muss ich jetzt löschen? Was muss ich sogar anonymisieren in irgendeiner Form? Aber was muss ich auch noch aufbewahren für die nächste Betriebsprüfung? Und da braucht man ein Verfahrensverzeichnis und das muss ein Anwalt eigentlich erstellen. Also das kriegt man, glaube ich, als Laie nicht so hin, dass es dann am Ende auch prüfungssicher ist.

Ulrich Zimmermann: Also das Thema Rechtssicherheit habt ihr schon mal ausgelagert. Was habt ihr sonst noch ausgelagert?

Ralf Jodl: Also bei uns ist auch die IT an sich jetzt ausgelagert. Also wenn hier ein neuer Arbeitsplatz aufgebaut werden muss, dann gibt es einen Dienstleister, der uns das dann aufbaut und macht. Auch dann wieder abmeldet, auch wieder die Emailadresse quasi ausschaltet und das auch alles wieder zurückbaut, wenn der Mitarbeiter geht. Also das sind ja alles Themen, man kann das ja nicht alles stehen lassen, einfach nur so, das sind eben auch digitale Prozesse, die dann quasi bis zum Ende gemacht werden müssen.

Ulrich Zimmermann: Die Idee dahinter ist ja logischerweise - hat ja mit eurem Kerngeschäft nichts zu tun, eben, diese Rollerteile weltweit zu verkaufen. Wie viel Know-how muss man sich denn intern dann aneignen, um das alles hinzukriegen? Da ist es ja dann mit dem Zukaufen schon besser. Was waren denn so die Haupt-, ich sage mal, die Haupthürden auf dem Weg in so eine Web basierte, digitale Welt weltweit?

WegeBedarf, der Podcast. Auf ein Wort.

Ralf Jodl: Also ich würde es gar nicht von Hürden sprechen, sondern eigentlich eher von Chancen.

Ulrich Zimmermann: Okay, gut. 

Ralf Jodl: Weil unser Geschäftsmodell, sage ich jetzt mal ist ein echter Nischenmarkt - und da gibt es ja ganz viele Nischen, Geschäftsmodelle, auch hier bei uns hier im Industriegebiet -

Ulrich Zimmermann: Ganz viele, ja.

Ralf Jodl: Hier gibt es ganz viele, Shisha Pfeifen Versand zum Beispiel, alles Mögliche, sind ja alles ganz kleine Nischenmärkte und die funktionieren ja nur überregional. Und die Chance, dass wir so überregional aktiv sein können, haben wir ja eigentlich erst durch die Digitalisierung und durch Online-Präsenz und durch die ganzen Möglichkeiten, Marketing über YouTube, über soziale Netzwerke und so. Also das sind ja eigentlich erst die Chancen, die das Geschäftsmodell ermöglichen.

Ulrich Zimmermann: Deswegen empfehlen wir auch jedem zu überlegen, welche Geschäftsbereiche lohnen sich denn zu digitalisieren und welche lässt man dann vor Ort? Aber in der Regel muss man wirklich nach den Chancen suchen. Aber auch da gibt es ja Schwierigkeiten auf dem Weg in die digitale Welt. Was ist denn so aufgetaucht?

Ralf Jodl: Also dieses Thema IT-Sicherheit ist einfach, glaube ich -

Ulrich Zimmermann: Die Sicherheit, die war einfach -

Ralf Jodl: Das ist so ein Thema, das schwebt ständig über allem. Man ist sich ganz ehrlich auch nie hundertprozentig sicher, ist man komplett wasserdicht? Ist man wahrscheinlich auch gar nie. Ich glaube, wenn es einer mit der Brechstange probiert, wird er immer irgendwie ins Netzwerk kommen.

Ulrich Zimmermann: Und das ist Chefsache?

Ralf Jodl: Das muss Chefsache sein, ja. Weil Daten sind einfach lebenswichtig.

Ulrich Zimmermann: Wenn's Ärger gibt, dann ist das dann gleich letal. Ihr seid ja sehr viel in sozialen Medien unterwegs. Das gehört ja auch zur digitalen Welt. Und da habt ihr ja - ihr spielt hier auf allen Kanälen. Wer handelt denn das?

Ralf Jodl: Ja, das ist so ein Zusammenspiel. Wir haben ja ein Fotostudio im Haus, das heißt, da entsteht wieder Content. Also soziales Netzwerk heißt ja, ich brauche Content dafür. Ich muss ja irgendwas authentisches liefern, damit das jemand konsumiert und sich anschaut. So entsteht ja dann das soziale Netzwerk. Und Content entsteht natürlich bei uns im Haus. Also bevor ihr gekommen seid, wir haben einen neuen Tacho gerade bekommen, ein neues Eigenprodukt, ein Tacho, der geht bis 160 km/h. Der Standard Vespa-Tacho geht nur bis 120 km/h. Schaut super aus. Schönes Eigenprodukt, ist jetzt gerade angekommen, und da haben wir jetzt gerade eben eine Story für Instagram gedreht. Das habe ich jetzt gemacht mit dem Handy. Wir haben kurz gedreht, wie der Tacho ausgepackt wird, wie er angeschlossen wird, wie er eingebaut wird, wie er angeklickt wird, das Licht vom Scheinwerfer angeht, auf den Tacho, und sind hier gerade einmal eine Runde ums Gebäude gefahren. Ich bin hinten drauf gesessen, unser Techniker ist gefahren und ich habe den Tacho gefilmt und daraus schneide ich nachher, wenn wir nachher fertig sind, in zehn Minuten eine Instagram Story.

Ulrich Zimmermann: Und das machst du selbst?

Ralf Jodl: Das mache ich jetzt selbst, das macht mir auch einfach Spaß. Das passt. Also ich bin da bei uns auch für das Thema Marketing und Verkauf zuständig und das geht wirklich nebenher, kann man fast sagen. Aber es gibt natürlich auch aufwändigere Produktionen. Wenn wir zum Beispiel ein - wir haben jetzt auch einen Roller gebaut, diesen Sommer, so eine schöne Rally mit ganz vielen Teilen dran, also vielen Eigenprodukten, vielen Individualisierungen. Und dann gibt es natürlich ein großes Fotoshooting, da macht man Videos drüber. Das ist dann wieder so ein bisschen ein aufwendigerer Marketing Auftritt, der dann auch in sozialen Netzwerken aber ausgespielt wird. Und das ist wahrscheinlich auch so ein Mix, den, glaube ich - also für uns passt das super. Ich glaube, der passt für ganz viele. So eine Mischung aus professionellem Content zu erzeugen, im Fotostudio oder auch mit professioneller Technik. Und zwischendrin aber auch hemdsärmelig, einfach, "Wir gehen jetzt mal live." Es sind grad 50 Typen aus England, total aufgepackt, mit ihren Lambrettas und Vespas auf den Hof gefahren, Handy an, einfach live gehen, das finden alle toll. Das findet einer aus Tokio auch toll. Der denkt sich, "Moment, was ist da los?", und ist einfach hier mit dabei. So, diese Möglichkeiten muss man glaube ich auch einfach mitnehmen. Und wenn es auch wackelt.

Ulrich Zimmermann: Das ist, glaube ich, ja auch ein guter Punkt, zu sagen, da muss man keine Angst vor haben. 

Ralf Jodl: Gar nicht.

Ulrich Zimmermann: Das ist der Teil der Digitalisierung, wo das Herzblut des Unternehmers - ich meine, das sind ja eure Produkte, das ist ja euer Ding. Warum soll man nicht ein Handy anmachen und zeigen, wie begeistert man davon ist? Und man hört es ja eben von vielen Nischen und anderen Unternehmen auch, die sich da verbreiten könnten, das ist doch eine Botschaft nach dem Motto, "Mach doch einfach! Ob es wackelt oder nicht." Aber die Live-Situationen, die kriegst du doch nie mehr genauso hin, das kann man auch nicht aus der Hand geben, das muss man mit Herzblut selbst machen.

Ralf Jodl: Ich glaube, das macht den Kanal dann eben auch authentisch. Also das ist dann so, das ist dann kein Hochglanz Prospekt als soziales Netzwerk, sondern das ist dann so genau diese Mischung, wo die Leute sagen, "Hey cool, das abonniere ich, das interessiert mich dann auch."

Ulrich Zimmermann: Das sind geile Leute, die haben irgendwie das drauf. Thema geile Leute, Community. Ihr lebt ja auch im Wesentlichen davon, wenn ich das richtig einschätze, dass ihr weltweit - wie viele Follower habt? Bei 500.000 Kunden müssen es ja noch mehr sein, die irgendwie mit euch das Thema Faszination Roller fahren teilen. Und wenn man die Videos anguckt und da brettern dann hunderte von Rollern an einem vorbei, und irgendwie alle haben Spaß und machen irgendwelche wilden Gesten, wie kriegt ihr die dazu, dass die mit euren Ausfahrten, mit euren - dass die einfach da dabei sind?

Ralf Jodl: Also soziale Netzwerke bedeuten ja "Senden". Also wir machen Content und verteilen den. Content gibt es normalerweise auch genug. Jetzt mit der Pandemie sind es natürlich auch ein bisschen weniger Events, also echte analoge Events. Da ist es natürlich auch nochmal - vielleicht auch nochmal so ein Aspekt mehr gewesen, digital mehr zu machen über die sozialen Netzwerke. Es gab ja, glaube ich, auch virtuelle Treffen, aber das ist natürlich alles kein wirklicher Ersatz. Aber immerhin.

Ulrich Zimmermann: Ja, klar. 

Ralf Jodl: Aber wir sind ja nicht nur beim Senden, sondern wir empfangen auch. Also es gibt tatsächlich ja Content von ganz vielen Privatleuten. Und das ist ja für uns auch total spannend, das aufzunehmen. Das Vespa-Treffen in Indonesien mit 10.000 Rollerfahrern, die irgendwo mitten durch Jakarta fahren, am Sonntag, die ganzen Straßen blockieren, alles -

Ulrich Zimmermann: Kilometerlang.

Ralf Jodl: Unfassbare Mengen an Leuten. Und das konsumieren wir natürlich auch total gern. Das finden wir ja auch spannend.

Ulrich Zimmermann: Und die schicken ganz bewusst das euch? Das müsst ihr dann nicht irgendwo kriegen, sondern dass wird euch zugeschickt?

Ralf Jodl: Nee, das funktioniert ja ein bisschen anders. Soziale Netzwerke funktioniert ja so, die lLeute laden es einfach hoch, aber es gibt dann die Hashtags. Also es gibt dann diesen Hashtag #sipscootershop und den packen die dann dazu. Und dadurch sehen wir es dann eben auch, das ist dann über die Abo-Funktion von dem Hashtag.

Ulrich Zimmermann: Schon cool gemacht! Das sind ja alles so kleine - wie heißt es? - Life Hacks, nach dem Motto, wie macht man das denn mit wenig Aufwand und viel Wirkung? Das ist ja das, was für die Hörer wichtig ist zu sagen, man kann mit relativ guten Bordmitteln das eine oder andere extern machen. Das, wofür man Herzblut hat und Spaß macht, macht man intern. Das hört sich gut an. Mal mit Blick auch auf die Zeit, zum Ende unserer nur halben Stunde, die wir haben, wenn du Unternehmern, gerne Nischen-Unternehmern, so klassische KMUs, wie wir sie halt so sind, drei Tipps mit auf den Weg geben würdest, wo und wie sollten die am besten anfangen?

WegeBedarf, der Podcast. Dein Ziel.

Ralf Jodl: Also es gibt ja eben ganz viele Aspekte der Digitalisierung: Was muss ich in meinen internen Prozessen, in meinen Unternehmensprozessen digitalisieren, damit ich nicht mit Bergen von Papier jeden Tag erdrückt werde? Das ist ja so wie jetzt eben bei uns das eine Beispiel, die Kommissionierstrategie. Aber da gibt es natürlich auch noch bei uns sehr viele offene Punkte. Buchhaltung, da haben wir immer noch ganz viele Ordner und ganz viel Papier, möchte ich unbedingt wegbekommen. Aber soziales Netzwerk ist, glaube ich, für fast jeden eine gute Chance, Kunden zu gewinnen, auch Kunden zu binden, ständig irgendwie in einer Art Kommunikation mit dem Kunden zu bleiben. Aber mit so einer angenehm indirekten - der kann sich das anschauen, muss es sich aber nicht anschauen. Und da muss man halt, glaube ich, für sich dann auch eben so einen Weg finden, wie professionell mache ich es? Wie viele Kunden spreche ich da an? Welches Netzwerk ist auch das Richtige für mich? Das ändert sich ja auch ständig. Das hat irgendwann vor 15 Jahren mit MySpace begonnen. Gibt es glaube ich, gar nicht mehr. Facebook ist jetzt auch so das Netzwerk der Eltern, der Uncoolen, wo die Kinder nicht mehr drin sein wollen, weil da sind jetzt die uncoolen Eltern drin.

Ulrich Zimmermann: So peinlich.

Ralf Jodl: Genau. Bei Instagram geht es, glaube ich, auch schon so halbwegs in die Richtung. Dann kommt halt TikTok. Es kommt ja auch ständig was Neues nach. Also man muss dann auch für sich halt überlegen, TikTok ist mehr so für Teenager. Wenn ich jetzt eine Schlosserei habe, eine Metallbaufirma habe, brauche ich vielleicht nicht bei TikTok sein. Oder schon, weil vielleicht suche ich meinen Azubi da, meinen nächsten. Also man muss auch überlegen, was will ich? Wen suche ich?

Ulrich Zimmermann: Wen will ich ansprechen? 

Ralf Jodl: Wen will ich ansprechen? Welches Netzwerk ist das Richtige dafür? Aber das kann man, glaube ich - man muss mit den Kindern sprechen, dann kriegt man es, glaube ich, auch schnell raus, weil die sind da immer aktiv, eigentlich. 

Ulrich Zimmermann: Tipp drei wäre?

Ralf Jodl: Tipp drei könnte ich natürlich sagen, ist das Thema IT-Sicherheit.

Ulrich Zimmermann: Die Sicherheit?

Ralf Jodl: Die Sicherheit. Betrifft jeden - also bei uns war es auch so ein Thema, klar, man macht natürlich ein bisschen was, und man hat natürlich eine Firewall, und man macht Datensicherung. Aber wenn es einen mal erwischt und die Daten sind verschlüsselt - das kann jeden erwischen, weil irgendein Mitarbeiter irgendeine E-Mail aufmacht, irgendwas anklickt, sich nichts Böses dabei denkt, denkt, "Okay, war Quatsch", schließt sie wieder. Aber im Hintergrund fängt das Ding an die Verzeichnisse zu verschlüsseln. Und das merkt man einfach nicht. Und vielleicht auch die Mitarbeiter schon ein bisschen zu sensibilisieren, nicht auf alles zu klicken, nicht alles aufzumachen, vernünftige Firewall einzubauen. Aber am allerwichtigsten glaube ich, eine gute Datensicherung zu haben und die regelmäßig zu prüfen, sichert die auch das, was ich brauche. Vielleicht ist das sogar der Tipp Nummer eins, vor den anderen beiden?

Ulrich Zimmermann: Also zum Thema Existenzsicherung auf jeden Fall. Zum Thema Expansion und digital weltweit die Nische boosten, waren die anderen beiden besser. Aber das ist zum Thema Safety First. Ich glaube, man zieht ja auch zuerst den Helm an und dann fährt man los. Also von daher würde das auch gut passen. Dann sage ich, Ralf, ganz herzlichen Dank für das spannende Interview und hoffe, dass wir viele Zuhörer haben, denen wir einen Beitrag leisten können. Und du hattest ja gesagt, ihr seid ganz viel besichtigen gefahren, wenn jemand mal eure Logistik angucken will und die Prozesse -

Ralf Jodl: Ja, ja, das könnt ihr machen. Sehr gerne, einfach Kontakt aufnehmen. Das kommt gelegentlich auch vor und machen wir natürlich genauso gerne, wie wir woanders gerne waren.

Ulrich Zimmermann: Und natürlich wird der SIP Scootershop auch in den Shownotes verlinkt, sodass wenn einer mal vorsichtig gucken will, ihr habt ja jede Menge Videos drauf und ein Haufen Hintergrundinfos, die glaub gute Einblicke auch geben, wie - also gerade euer Logistikvideo, wie da die ganzen Boxen rein- und rausgehen. Das ist sehr beeindruckend.

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SIP TV Video Wareneingang und Lager bei SIP Scootershop

Ralf (SIP)
Ralf (SIP)

Ralf ist Geschäftsführer und Mitgründer von SIP Scootershop. Er fährt Vespa seit 1990 und auch heute noch beginnt für ihn der Arbeitstag am besten, wenn er auf seiner Rally 200 ins SIP Hauptquartier in Landsberg fährt. Ansonsten besitzt er noch eine 180 SS, eine 160 GS und eine VM2 Lampe Unten Vespa.