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GORI Elaborazioni - ein Vespa Weltrekord von 1967

Stworzony przez Ralf o 14:02 w dniu 17 lutego 2021

Giancarlo Gori knackte die 150 km/h im Jahre 1967

Der Tuning-Guru aus Florenz und seine Vespa 90SS

Seine erste Begegnung mit Rollern hatte Giancarlo Gori im Jahr 1958, als er mit seinem Vater Vasco eine Werkstatt an der Lungarno Cellini in Florenz betrieb. Gemeinsam schraubten sie an einer Lambretta 175TV herum und stellten schon bald fest, dass man die Motoren dieser Roller ganz gehörig tunen konnte.

Sie überzeugten viele ihrer Kunden davon, ihre alten Motorräder gegen aufgebohrte Lammies auszutauschen und lösten in Florenz einen regelrechten Tuning-Boom aus. Regelmäßig trafen sich interessierte Schrauber, gute Freunde und treue Fans in Goris Werkstatt, um gemeinsam zu werkeln und zu fachsimpeln. Giancarlo gründete umgehend eine verschworene Gemeinschaft, die „Scuderia Gori“, deren Logo noch heute existiert.

 

Giancarlo auf seiner Rekord Vespa im Jahr 1967

Das rief natürlich Nachahmer auf den Plan und schon bald traf man sich sonntags im Morgengrauen, vor den Toren der toskanischen Hauptstadt, auf der der Autobahn A1. Vier Kilometer lang war die Piste und mal abgesehen von gelegentlichen Besuchen der örtlichen Polizei verliefen die Rennen ohne nennenswerte Zwischen- und Unfälle. Schon bald standen zahlreiche Tuning-Fans und enthusiastische Kids an der Strecke, um ihre Teams anzufeuern.

Mit der gesammelten Erfahrung verwirklichte Giancarlo Gori 1965 ein anderes Projekt: Er tunte seine Lambretta 175 Serie III zu einer Monster-Maschine, die im Motorsport-Mekka „Autodromo di Monza“ 170 km/h auf den Asphalt zauberte.

Mit dem Niedergang der Marke Innocenti musste Giancarlo Gori umdenken und widmete sich mehr und mehr den Vespas. Er verkaufte Tuning Kits für die 50 ccm Smallframes, stieg schon bald auf 75 ccm um und tüftelte in seiner Freizeit an einer Vespa 125 Primavera. Doch als die Vespa 90SS auf den Markt kam, war es Liebe auf den ersten Blick und Giancarlo Gori arbeitete an Verbesserungen für diesen Roller.

Unterdessen war auch die „Scuderia Gori“ geschlossen auf Vespas umgestiegen. Die Fahrer starteten regelmäßig beim Giro d'Italia und anderen Roller-Rennen in Europa. Goris getunte 90SS toppte 120 km/h und er sah die schwarz-weiß-gecheckte Flagge nicht selten als erster.

1967 trieb er den Tuning-Wahn schließlich auf die Spitze, indem er seine ohnehin schon im Grenzbereich fahrende 90SS noch einmal umbaute und bei der „Week of Records“ am Flughafen Elvington, UK, an den Start brachte. Er knackte die 150 km/h auf der Viertelmeile und beschleunigte in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Danach wurde es etwas ruhiger um Giancarlo Gori und die „Scuderia Gori“. Erst gut 50 Jahre später, im Jahr 2011, belebte er seine Marke neu und verkauft heute wieder Tuning-Teile, Sitzbänke und mehr unter dem Label „Gori Elaborazioni“.

Die legendäre Vespa 90SS befindet sich seit vielen Jahre in seiner privaten Sammlung, aber nun steht sie zum Verkauf. Interessenten können sich über die Homepage direkt mit einem Gebot an Giancarlo Gori wenden.

Daten der Vespa 90SS:

  • Baujahr 1966, V50 Basis
  • 1967 Rekord: 151,936 km/h auf Viertelmeile
  • 0-100 km/h in 7,6 Sekunden
  • Fahrzeuggewicht: 54 Kg.
  • 92ccm Zylinder
  • ca. 15,6 PS bei 9700 U/min
  • Kompression 11:1
  • 22,5er Dellorto Vergaser

Hier noch ein Bericht mit Interview in der italienischen Zeitung SCOOTERISMOhttps://www.scooterismo.it/2018/03/17/intervista-giancarlo-gori/

Auch Sticky hat für SLUK einen Bericht zu GORI geschrieben: https://scooterlab.uk/gori-pinasco-betella-lambretta-vespa/

Ralf
Ralf

Ralf ist Geschäftsführer und Mitgründer von SIP Scootershop. Er fährt Vespa seit 1990 und auch heute noch beginnt für ihn der Arbeitstag am besten, wenn er auf seiner Rally 200 ins SIP Hauptquartier in Landsberg fährt. Ansonsten besitzt er noch eine 180 SS, eine 160 GS und eine VM2 Lampe Unten Vespa.