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Messerschmitt Kabinenroller

Rédigé par Dietrich Limper à 12:07 h:min. le 29 juillet 2021

Anfang und Ende

Mit dem Namen „Messerschmitt“ verbinden die meisten Menschen zunächst einmal Flugzeuge. Und das hat auch seine Richtigkeit, denn hier bei SIP Scootershop um die Ecke, nämlich in Augsburg, wurden 1923 die Bayerischen Flugzeugwerke (BFW AG) von Willy Messerschmitt gegründet. Die Legende erzählt, dass der Flugzeugkonstrukteur verzweifelt auf der Suche nach einem Investor war und dafür beinahe seine Patentrechte aufgegeben hätte. Theo Croneiß, Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, hörte das Gespräch zwischen Messerschmitt und dem Finanzier in einem Gasthaus. Spontan überreichte er Messerschmitt einen Scheck über 4.000 Reichsmark und bewahrte ihm die unternehmerische Souveränität. Die beiden wurden Freunde fürs Leben.

Erst im Juli 1938 wurde aus der BFW AG die Messerschmitt AG mit dem Hauptwerk in Augsburg. Zahlreiche Flugzeugmodelle kamen im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz und Messerschmitt stand für Innovation und Fortschritt. Die Me 262 „Schwalbe“ war das weltweit erste serienmäßig produzierte Flugzeug mit Strahltriebwerk und der Me 163 „Komet“ verfügte über ein damals revolutionäres Raketentriebwerk. Nach dem Krieg war der Messerschmitt AG die Herstellung von Flugzeugen verboten, die Ingenieure des Unternehmens waren zum Umdenken gezwungen.

Zu dieser Zeit arbeitete der deutsche Konstrukteur Fritz Fend an einem Rollermobil, das unter dem Namen „Fend Flitzer“ in Rosenheim produziert wurde. Die Nachfrage war allerdings zu groß, um von der Fend Kraftfahrzeug GmbH gestemmt zu werden und 1952 wandte sich Fritz Fend an Willy Messerschmitt, dessen Produktionsstätten nicht ausgelastet waren. Man wurde sich einig und im Frühjahr 1953 erblickte der KR 175 auf dem Genfer Autosalon das Licht der Welt. Der Messerschmitt Kabinenroller war geboren.

1956 durfte Messerschmitt wieder Flugzeuge bauen und die Produktion der Kabinenroller wurde von der Fahrzeug- und Maschinenbau Regensburg GmbH (FMR) übernommen. Fritz Fend war Gesellschafter des Unternehmens. Es folgte das Modell KR 200 mit einem 10,2 PS Motor, 191 cm³ Hubraum und ca. 90 km/h Höchstgeschwindigkeit. Im Jahr 1964 wurde die Produktion aus Rentabilitätsgründen eingestellt. Der Messerschmitt Kabinenroller wurde ein Objekt für Liebhaber und Sammler oder geriet gänzlich in Vergessenheit ...

Achim Adlfinger (rechts) konstruierte den KR-202 Messerschmitt Kabinenroller.

Die Wiedergeburt

Im Jahr 2013 wurde der deutsche Achim Adlfinger durch eine Internetmeldung auf den Kabinenroller aufmerksam. Der gelernte KFZ-Mechaniker aus Neumarkt in der Oberpfalz hat sich als Autodidakt Design und Formenbau selbst angeeignet und wurde 1989 für einen selbstgebauten Roadster auf der IAA als Deutschlands jüngster Autobauer ausgezeichnet. Er verliebte sich in den Messerschmitt Kabinenroller und im Jahr 2021 wird der KR-202 mit E-Antrieb oder Verbrennungsmotor serienreif. Und das sogar mit einer Schlauchlos-Felge aus dem Hause SIP Scootershop, worauf wir mächtig stolz sind. Konstrukteur Achim Adlfinger lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Málaga, Spanien, und hat uns einige Fragen beantwortet:

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, den Kabinenroller 2014 als Velomobil wiederzubeleben? Woher kommt die Leidenschaft für diesen Kabinenroller?
Adlfinger: „Die Messerschmitt-Geschichte startete 2013. Damals erfuhr ich über einen Internetblog zum ersten Mal von dem Messerschmitt Kabinenroller und verliebte mich sofort in das geniale Konzept, das Fritz Fend und Professor Willy Messerschmitt geschaffen hatten. Und aus diesen Kontakten ist dann zuerst der „Veloschmitt“ entstanden. Ein sogenanntes Velomobil mit elektrischer Pedalunterstützung. Nach nur viermonatiger Bauzeit wurde der Prototyp Anfang Mai 2014 auf der Spezialradmesse in Germersheim am Rhein der breiten Öffentlichkeit mit großem Erfolg präsentiert.“

Wie steht es denn um den Markennamen Messerschmitt? Musste die Lizenz gekauft werden?
Adlfinger: „Kurz nach der Spezialradmesse erschien in der FAZ ein Artikel mit dem Titel ‚Der Messerschmitt ist wieder da!‘ Anschließend hat sich die Messerschmitt-Stiftung, nach langen zähen Vorverhandlungen und sehr skeptischem Verhalten, sofort gemeldet und mir letztendlich doch die Lizenz zur Nutzung der Namensrechte erteilt.“

Zunächst wurde der KR-202 nur als Verbrenner geplant. Wie wurde die Idee am Markt aufgenommen? Hat Messerschmitt eine feste Fangemeinde?
Adlfinger: „Der Verbrenner sollte ein günstiger Einsteiger sein. Jedoch hat sich sehr schnell herausgestellt, dass die Masse elektrisch fahren will. Die wenigen Bestellungen für einen Verbrenner kommen überwiegend aus Übersee. Ja, es gibt schon Fans und die Großzahl unserer Kunden kennt die Traditionsmarke natürlich noch von früher oder hatte sogar einen bzw. kaufen sich jetzt zum ‚Alten‘ einen Neuen dazu.“

Wie finanziert sich das ganze Projekt seit Jahren? Gibt es Investoren oder setzen Sie private Mittel ein?
Adlfinger: „Durch negative Erfahrungen mit Partnern in der Vergangenheit, habe ich mich 2020 entschieden, dass Projekt selbst zu finanzieren. Im März 2020, pünktlich zum Lockdown, habe ich das Projekt gestartet und den KR in nur zwölf Monaten serienreif mit Straßenzulassung gemacht.“

Wie viele KR 202 können Sie im Jahr produzieren? Gibt es Vorbestellungen?
Adlfinger: „Wir haben zur Zeit knapp über zwanzig Vorbestellungen, obwohl fast noch niemand das Fahrzeug live gesehen hat! Und alle warten natürlich auf die Hardtop-Version, die erst diese Woche fertig wurde, da es Probleme mit den Zulieferern gab. Wir werden dieses Jahr etwa dreißig Fahrzeuge bauen. Für nächstes Jahr sind 100 geplant, außerdem kommt ja noch der „Tiger“ dazu …“

Wir freuen uns natürlich, dass eine SIP-Felge am KR-202 verbaut wird. Warum haben Sie sich für unsere Felge entschieden?
Adlfinger: „Ihr habt einfach die größte Auswahl und die Felge hat das perfekte Design für unseren Messerschmitt.“

Welche Reaktionen erhalten Sie auf den Messerschmitt Kabinenroller?
Adlfinger: „Das schönste emotionale Erlebnis hatte ich 2014 auf der Intermot-Messe in Köln. Ein 86-jähriger Besucher kniete sich vor den KR nieder, streichelte über den Scheinwerfer und sagte: ‚Dass ich das noch erleben darf, dass der KR wiederkommt.‘ Er war in den 50er Jahren Messerschmitt-Händler in Berlin gewesen.“

Herr Adlfinger, wir wünschen Ihnen für Ihr Projekt alles Gute und werden die Entwicklung verfolgen.

Weitere Informationen über Spezifikationen, Preise, Liefertermine und noch viel mehr finden sich auf der Homepage der Messerschmitt-Werke.

Dietrich Limper
Dietrich Limper

Dietrich Limper arbeitet als Redakteur für SIP Scootershop, außerdem schreibt er für lokale und überregionale Publikationen. Wenn er nicht gerade Geocachen geht, erträgt er stoisch die betrüblichen Eskapaden von Bayer Leverkusen.