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Mailand - Landsberg - Tokio auf einer alten Vespa

Created by Dietrich Limper at 14:06 on June 15, 2021

MAILAND, LANDSBERG, TOKIO

Bereits am 18. Mai berichteten wir über Fabio Cofferati, der die historische Leistung von Roberto Patrignani aus dem Jahr 1964 wiederholen möchte: Eine Fahrt von Mailand nach Tokio, wo er dem Olympischen Komitee, anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2021, eine Trophäe des Vespa Club d'Europe überreichen wird.

Fabio ist wie geplant am 12. Juni in Mailand gestartet und verbrachte seine erste Nacht in Chur, in der Schweiz. Einen Tag später, am 14. Juni, stand sein Besuch beim SIP Scootershop auf der Route und wir waren ab Mittag in freudiger Erwartung. Die Stunden verrannen, von Fabio keine Spur oder Meldung. Als wir schon anfingen, uns langsam Sorgen zu machen, meldete SIP-Mitarbeiter Luigi gegen 16.45 Uhr, dass Fabio wohl in rund einer Stunde eintreffen würde. Er war bei Markus André Mayer in Waltenhofen einfach zu lange bei Schnitzel und Bier gesessen.

Um 17.20 Uhr rollte er schließlich auf unseren Hof und wurde von Luigi in Empfang genommen. Bei Espresso und Apfelschorle erzählte uns Fabio von seinen ersten beiden Tagen, die weitgehend reibungslos verlaufen waren. Nur der Tacho zickte ein wenig und prompt wurde die Vespa 150 VBB2, Baujahr 1963, in die Werkstatt geschoben, wo sich die Schrauber André, Jesco und Luigi gemeinsam mit Fabio der Sache annahmen. Mit vereinten Kräften und Geschick wurde die Tachowelle getauscht und schon bald war der verbaute SIP-Tacho wieder voll funktionsfähig.

Luigi, Alex und Fabio (von links) zeigen Flagge ...

Ein Blick auf die Uhr machte deutlich, dass an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken war. Also gab SIP-Boss Alex die „Anweisung“, Fabio ein Hotel zu besorgen und einen Tisch beim örtlichen Italiener in der „Trattoria“ zu reservieren. Wenig später saßen wir mit Fabio bei herrlich milden Temperaturen, im Schatten des Landsberger Bayertors, bei Kaltgetränken und italienischen Leckereien zusammen und erzählten nicht nur Roller-Geschichten. Der Abend klang harmonisch aus und Fabio fand wohlverdiente Erholung im Gästehaus „Zweite Heimat“, direkt an der historischen Stadtmauer der Lechstadt. Seine mit Gepäck 160 Kilogramm schwere Vespa verbrachte die Nacht sicher in einer Garage von Freunden. Fabio zog ein Resümee des Tages: „Ich wusste gar nicht, was für eine schöne Stadt Landsberg ist, hier könnte ich glatt Urlaub machen. Und der Empfang bei und die Hilfe von den Leuten vom SIP Scootershop war einfach nur herzlich und überragend. Ich werde nun meine Frau anrufen, den Tag auf Facebook posten und anschließend wunderbar schlafen.“

NEUE SIP-STOSSDÄMPFER FÜR SEINE VESPA

Strahlender Sonnenschein am nächsten Morgen. Keine Wolke stand am blauen oberbayerischen Himmel und die Aufbruchsstimmung wurde nur dadurch getrübt, dass die Stoßdämpfer der Vespa vorne und hinten nicht mehr im besten Zustand waren. Erneut erging die Anweisung von den SIP-Kapitänen Alex und Ralf, diesen Umstand umgehend zu beheben. Also wieder rein in die Werkstatt! Jesco, Luigi und Fabio verbauten neue SIP PERFORMANCE Stoßdämpfer hinten mit externem Ausgleichsbehälter und ebenfalls SIP PERFORMANCE Stoßdämpfer für vorne. Jetzt war die Vespa aber wirklich bereit für den langen Ritt in den Osten, der noch spannend zu werden verspricht.

Warum? Nun, noch hat Fabio, aufgrund der Corona-Pandemie, gar kein Visum für die Einreise nach Russland. Sein Plan ist es, ins lettische Riga zu fahren und dort mithilfe der italienischen Botschaft eine Genehmigung zu bekommen. Wir kontaktierten direkt mal unsere Freunde von den Vespa-Clubs St. Petersburg und Moskau und brachten sie mit Fabio in Kontakt. Vielleicht können sie helfen, wir drücken alle Daumen. Fabio selbst ist die Gelassenheit selbst: „Ich habe gehört, dass sich die Beschränkungen für Russland in den nächsten Tagen ändern sollen und setze darauf meine Hoffnung. Was soll ich machen!? Ich werde fahren, so weit wie kann.“

Milan - Tokyo by Vespa 2021

Ob und wann er in Tokio ankommen wird, ist nebensächlich. Für Fabio ist wirklich der Weg das Ziel und die ersten beiden Tage waren schon reich an Höhepunkten. Nach einer letzten Stärkung in der SIPERIA, setzte er sich gegen 14.30 Uhr auf seine Vespa, winkte uns zum Abschied zu und verschwand am in der Hitze flimmernden Horizont. Etwas wehmütig schauten wir ihm hinterher. Wir wünschen ihm und seiner Vespa alles nur erdenklich Gute.

Wer Fabio auf seiner spannenden Reise beobachten und virtuell begleiten möchte, kann das auf Facebook tun: Ancora in Vespa da Milano a Tokyo

Dietrich Limper
Dietrich Limper

Dietrich Limper arbeitet als Redakteur für SIP Scootershop, außerdem schreibt er für lokale und überregionale Publikationen. Wenn er nicht gerade Geocachen geht, erträgt er stoisch die betrüblichen Eskapaden von Bayer Leverkusen.