Fahrzeugtyp wählen
Hersteller wählen
Modell wählen

3. Red Bull Alpenbrevet September 2012

Erstellt von Ralf um 15:09 Uhr am 25. September 2012

Eine etwa 140km lange Tages-Tour in der Zentralschweiz über 3 der höchsten Alpenpässe: Grimsel, Furka und Susten. Soweit für einen, der gern mit einer alten Vespa unterwegs ist durchaus nachvollziehbar. Geht. Genau dazu lud Red Bull knapp 800 Teilnehmer am Wochenende nach Meiringen. Die Tour sollte aber nicht etwa mit Motorrädern oder alten Vespas sondern mit Mofas, von den Eidgenossen liebevoll "Töffli" genannt, gefahren werden. Ist das überhaupt möglich? Wie lange dauert das? Schafft das der originale Motor einer Ciao mit weniger als 1 PS Leistung?

Das SIP Team wollte das für Euch herausfinden und fuhr mit 10 Probanden und Mofas zur Veranstaltung nach Meiringen. Das Wetter spielte unglaublich gut mit, fürs ganze Wochenende war nur Sonnenschein und blauer Himmel angesagt und wir waren voller Vorfreude auf Pässe und die atemberaubende Aussicht auf die 4000er der Schweizer Berge rund um Meiringen. Zur Anreise konnten wir einen Nightliner von Berlin Rock Coach nutzen, der uns samt Fahrer und Schlafkabinen komfortabel zum Ziel brachte. Am Freitag nachmittag trudelten die ersten Töffli-Buebn und Töffli-Meitlis ein. Neben der Akkreditierung gab es eine Style Wertung, und die Mitfahrer legten sich mächtig ins Zeug um aufzufallen. Neben diesen Spass-Töfflisten sahen wir aber auch eine Menge "echter" Töffli-Piloten die sich nicht verkleiden mussten, sondern denen man ansah, dass sie den Kult einfach leben. Den "Stumpä" zwischen den grinsenden Lippen angezündet zeigte sich so alpine Urwüchsigkeit in einer seiner coolsten Erscheinungsformen. 

Nach der Party am Freitag Abend hiess es am Samstag morgen früh raus aus den Federn und ab an den Start. Der Anblick war eindrucksvoll. Eine Armee wilder, bunter, knatternder und Zweitaktwolken ausstossender Piloten stand am Start und Punkt 10 Uhr ging die wilde Fahrt los. Entlang der Strecke standen in den Dörfern bei sagenhaftem Wetter zahlreiche Fans und Anfeuerer bereit, um den irren Haufen nach oben anzufeuern. 

Wir merkten recht bald, dass der Grimsel ein anderes Kaliber ist als die Landsberger Bergstraße und den Mofas samt Piloten das Letzte abverlangte. Von 10 gestarteten SIP Piloten erreichten nur 8 die Passhöhe des Grimsel aus eigener Kraft. Ein weiteres Mofa musste am Grimsel wieder umdrehen, angesichts der noch größeren Höhe und Steigung des nächsten Passes. Kurze Untersetzung, drehmomentstarker Motor und stufenlos schaltende Variomatik waren die Erfolgsfaktoren der im Rennen verbliebenen. Deren Weiterkommen wurde allerdings von humorlosen Schweizer Ordnungshütern gebremst. Strenge Kontrollen entlang der Strecke führten zu vielen eingezogenen Fahrzeugen und teils übertriebn hohen Geldstrafen. Die Begründungen dafür waren teilweise nicht nachvollziehbar, die Vorgehensweise der Polizisten ruppig und man hatte ein wenige das Gefühl, möglichst viele Teilnehmer sollten schön abkassiert werden. Das war dann auch der einzige Schatten über dieser Top Veranstaltung. Die Fahrer kamen mehrheitlich aus der Schweiz, aber auch Mofas aus den Nachbarländern Deutschland, Österreich und Italien wurden im Feld gesichtet. Sie liessen keinen Zweifel aufkommen, dass das Töffli Kult ist und für Lebensfreude und ein ganz besonderes Freiheitsgefühl steht. Durchgefroren, mit schmerzendem Hintern und gezeichnet von den Anstrengungen des Pedalierens, der letzten Rettungsmaßnahme bei zu viel Steigung, erreichten die Piloten viele Stunden und 3 Pässe später wieder das Ziel in Meiringen. 

"Der Auspuff dröhnt, der Kolben schreit, Zweitakt für die Ewigkeit" stand auf einem Transparent an der Strecke. Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen. Bis zum 4. Red Bull Alpenbrevet 2013 wird noch an den Mofas und Mopeds geschraubt, dass es nächstes Jahr alle Mitfahrenden schaffen. 

http://www.redbullalpenbrevet.ch

 

Weitere Infos gibt´s hier: http://www.redbull.ch/cs/Satellite/de_CH/Article/Red-Bull-Alpenbrevet-2012---Die-Highlights-und-021243264269553 

Alle Bilder vom Alpenbrevet gibts hier:

SIP @ Red Bull Alpenbrevet 2012
Ralf
Ralf

Ralf ist Geschäftsführer und Mitgründer von SIP Scootershop. Er fährt Vespa seit 1990 und auch heute noch beginnt für ihn der Arbeitstag am besten, wenn er auf seiner Rally 200 ins SIP Hauptquartier in Landsberg fährt. Ansonsten besitzt er noch eine 180 SS, eine 160 GS und eine VM2 Lampe Unten Vespa.