Custom SIP „PX Cutdown“

Erstellt von Dietrich Limper um 12:06 Uhr am 17. Juni 2022

Diese Vespa PX hat wahrlich eine lange Geschichte. Nachdem Ralf den Roller 1990 gekauft hatte, lackierte er ihn in einem Design, das Jesco im Video als „Eduscho Racer“ bezeichnet. Schon zu dieser Zeit fuhr Ralf Rennen mit der PX. Durchaus erfolgreich, wie man anhand der Pokale in den Heiligen Hallen von SIP Scootershop sehen kann.

1993: Ralf (rechts) auf der PX am Start beim NoName Run.

Die Vespa PX wurde 1992 umgebaut

1992 entschied sich Ralf für einen größeren Umbau: „Ich wollte der eleganten Grundform der PX eine sportlichere Optik im SS90-Style verpassen. Gerade das hochgezogene Heck des Racers lässt weit auf die 130er Breitreifen-Walze blicken und machte damals schon ordentlich Eindruck auf dem Schulparkplatz.“

Zugunsten der Alltagstauglichkeit wurden nur hochwertige Komponenten wie ein 211er MALOSSI Zylinder oder das 34er Membranvergaser-Kit samt tiefer gelegtem Ansaugstutzen verbaut. Da zu dieser Zeit nur wenig Tuningteile erhältlich waren, war Ralfs Erfindungsreichtum gefragt: So entwickelte er kurzerhand eine selbst gebaute Vollwangenwelle, bei der die Auswuchtöffnungen durch eingeschraubten und geklebten Kunststoff geschlossen wurden, um eine optimale Vorverdichtung zu erreichen. Diese brachte die PX zusammen mit Zylinder und Vergaser sowie mit dem PSP 2000 Auspuff bereits auf über 25 PS und das Ganze mit dem Segen des TÜVs. Auch eine der ersten GRIMECA Scheibenbremsen sowie ein BITUBO-Fahrwerk kamen zum Einsatz.

Neben den Motor- und Fahrwerkskomponenten war Ralfs Vespa auch Pionier für etliche Optik-Parts, die in den Folgejahren über den SIP Shop vertrieben wurden. Erste Carbon- und GFK-Teile wie ein selbst laminierter Handschuhfachdeckel, die legendäre SIP Sportsitzbank oder der T5-Carbonkotflügel. Wer glaubt, die Vespa diente nur Ausstellungszwecken liegt falsch. Neben dem Einsatz als Daily Rider, wurde sie über Jahre hinweg intensiv zu Anfahrten von ca. 40 Treffen genutzt. Knapp 2.000 Kilometer innerhalb einer Woche waren keine Seltenheit. Auch bei vielen Quartermiles und Custom-Shows war Ralfs Racer vertreten und heimste unzählige Pokale („Best Street Racer“, „The Best of All“ oder „Best Acceleration“) ein.

Die komplett gelbe Lackierung folgte 1994, dem Gründungsjahr von SIP Scootershop. In dieser Farbe war die PX auf vielen Messen an unserem Stand zu sehen.

2001: Eine neue Lackierung für die PX

Das Jahr 2001 brachte große Veränderungen für die Vespa PX. Ralf entschied sich nicht nur für ein paar neue Tuning-Teile, sondern vor allen Dingen für eine ganz neue Lackierung. Und kein geringerer als Marcus „Pfeili“ Pfeil, von Pfeil Design nahm sich der Sache an und gestaltete den Roller komplett um. Man darf also getrost sagen, dass die PX von einer Legende lackiert wurde. Und wie ihr auf dem Foto sehen könnt, waren alle Beteiligten mächtig stolz und happy.

2022: Raus aus der Mottenkiste

Gute 20 Jahre später war die Cutdown PX „nur“ noch Ausstellungsstück und Blickfang im SIP Scootershop Flagshipstore in Landsberg am Lech. Gefahren war mit dem Roller schon lange niemand mehr. Es wurde also spannend, als Jesco und Nico zur Tat schritten, um dem Roller neues Leben einzuhauchen. Wie das genau ablief und welche Teile sie warum verbaut haben, könnt ihr im Video sehen, das wir unten verlinkt haben.

Weitere Infos, Explosionszeichnungen und eine ausführliche Teileliste findet ihr auf der Sonderseite für die Vespa PX „Cutdown“.

Video: Vespa PX Custom Racer Upgrade Folge 1

Dietrich Limper
Dietrich Limper

Dietrich Limper arbeitet als Redakteur für SIP Scootershop, außerdem schreibt er für lokale und überregionale Publikationen. Wenn er nicht gerade Geocachen geht, erträgt er stoisch die betrüblichen Eskapaden von Bayer Leverkusen.