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Vespa Alp Days Zell am See 2020

Erstellt von Christian um 17:10 Uhr am 6. Oktober 2020
2018 durfte ich auf den Vespa World Days in Belfast Isabelle kennenlernen. Heuer war sie mit Freunden auf den Vespa Alp Days in Zell am See. Hier ihr entzückender Bericht, nebst zauberhaften Bildern:

„Nacht auf dem Großglockner.“

Treffen war wie immer am Check-in in Zell am See, leider sind wir zeitlich wortwörtlich auf die letzte Rille angekommen, da vom Allgäu auf dem Weg hierhin gefühlt alle ansässigen Traktorfahrer Ihre Fahrzeuge unbedingt vor uns präsentieren mussten. Beim Umpacken, natürlich in völliger Eile, habe ich mir dann mal so richtig amtlich den Daumen eingeklemmt aber in den 2 Nummern zu großen Handschuh ging er doch noch rein. Alle andern die mit zur Bergtour fuhren haben aber geduldig und ohne Mosern gewartet und waren alle rührend achtsam, lieb und hilfsbereit - halt Vespa-Familie.

Atemberaubend ist ausnahmsweise mal nicht der Mund-Nasenschutz, sondern der schier unendliche Blick und die völlige Ruhe hier oben. Auf der Strecke gab es ebenfalls nichts Beklagenswertes, alle sind gut, heil und zufrieden angekommen, am Ende also ein guter Tag! 

Jetzt also nur noch kurz Vespa festbinden und ein sehr verdientes Bier genießen, juhu!

Wir übernachten hier im Wallackhaus.

Heute Morgen begrüßte uns die Sonne am knallblauen Himmel über den schroffen Bergen. 

Der gequetschte Daumen hat ein elegantes Blau-Schwarz angenommen, pocht aber weniger, sodass Kuppeln besser gehen sollte. Nach dem üppigen Frühstück ging’s den Berg dann auf der anderen Seite runter. Bergabfahren ist jetzt nicht die Lieblingsdisziplin aber der Blick aus jeder Kurve ins Tal ist einfach großartig. Unten dann leider ein Platten an einem der Roller. Unter den wohlwollenden Augen zahlreicher herbeigeeilter Einheimischer, die viele Tipps und beachtliches fundiertes Halbwissen anbieten wird, schnell das Rad getauscht und weiter ging‘s. 

Das ganze Tal duftet nach frisch gemähten Wiesen, die Sonne scheint weiterhin ordnungsgemäß und mit 20 Grad ist es einfach ganz famos. Eine Kurve nach der nächsten, wenig Verkehr - da kann man es doch mal fliegen lassen - selbstredend unter akkurater Beachtung sämtlicher Verkehrsvorschriften (weitgehend). Der Motor läuft wie der geölte Blitz (der 177er DR im Satz) und der Reifen (SIP Performance) klebt fein am Asphalt.

Ach ja: wer auch immer die Gegend hier geknetet hat: das hast Du ausgezeichnet gemacht!

Nachdem wir die Unterkunft geentert haben juckte es doch noch mal in der Gashand und es musste noch mal um den Millstätter See gehen. Mein lieber Schwan ist das schön hier! Und offenbar reist ein echt gutgelaunter Engel mit, denn zufällig fanden wir einen sensationellen Ort in Form einer alten Seevilla, wo man in einem verwunschenen Garten gleich am Wasser sitzen kann.

Großes Glück, so darf es unbedingt weiter gehen!

Der Aufbruch heute Morgen ist aufgrund unserer wundervollen Gastgeber kein leichter. Wir wären zu gern länger geblieben, denn Christa und Erhardt sind unfassbar herzlich, kurzweilig und machen sensationelle Jausen! Trotzdem starteten wir unseren Ritt über die Turracher Höhe und wechselten dort bei grandiosem Wetter von Kärnten in die Steiermark. Von da aus nahmen wir den Pass auf der anderen Seite runter, um unten mit Bedauern festzustellen, dass diese Strecke gefühlt zu kurz war. Mit feinsten langen Kurven entlang des Flusses mäandert die Straße ins Tal und von dort aus entern wir den Obertauern-Pass.

Oben wird es echt Zeit für eine amtliche Rast - die gibts da auch wie erwartet. Nachdem uns beim Aufstieg gefühlt Trilliarden von amerikanischen Reitwagen überholten erhaschen wir im Lokal herzliche Bewunderung dreier der Harley-Typen, die verblüfft und beeindruckt sind, dass wir gar nicht viel später als sie oben sind. Das Gefühl teile ich unmittelbar- was hat ihnen der knappe Liter mehr Hubraum gleich noch eingebracht? Ach stimmt: nix!

Und wieder ab ins Tal und durch selbiges hindurch, bis Zell am See, wo das Check-in ansteht.

 

Vespa Alp Days Zell am See 2020

Kategorie Übersicht

Die 11. Alp-Days sind mal wirklich ganz anders!

Zuvor hat man alljährlich mit Heerscharen zum Sackerl-Empfang anstehen müssen und hat nervenstark die PS-Gespräche und die ewige Wartezeit ertragen, heuer sieht’s anders aus.

Fehlt noch ein wenig Tumbleweed, dann ist die Einöd-Atmosphäre perfekt. Aber: alles läuft super schnell, perfekt vorbereitet mit herzlichen Empfang und großer Wiedersehensfreude. Da weicht das befremdliche Gefühl gleich großer Freude auf die gemeinsamen Tage! Danke an Franzl und Nicole nebst ihrem Team - das läuft hier bisher fantastisch!

Freitag, Tag der Alp-Days-Plüschtierjagd!

Bevor wir am Mittag gemeinschaftlich starten klettern wir noch auf den Mitterberghof, wo am Wiesenrand ein großer Bilderrahmen installiert ist. Zurecht, den der Blick ins Tal kann richtig was.

Völlige Ruhe vor der Abfahrt mit viel Drehzahl. Richtig laut wird´s dann beim Start zur Plüschtierjagd. Überraschend, dass doch so viele Vespisti hier sind! Wie immer viel Geplauder und Wiedersehensfreude, das war bisher ein wenig zu kurz gekommen, da es ja in diesem Jahr keine Bühne geben dürfte und ein zentraler Anlaufpunkt irgendwie dann doch fehlte. Franz dreht noch eine Runde und der Start wird geöffnet. Hier wird jeder seine Stempelkarte und einen Stift bekommen und hat dann rund 3 Stunden Zeit, um die Kontrollpunkte und der Rätsel Lösungen zu finden.

Blöderweise hatte wohl jemand die Kiste mit den Idioten offengelassen, denn einige Wiener drängelten und schoben unschön zum Start. Sie standen wohl unter besonderem Druck - es ist ja auch eine nicht zu unterschätzende Herausforderung mit neuen 300ern eine Top-vorbereitete Route mit intellektuell übersichtlichen Zwischenfragen zu meistern an deren Ende ein Plüschelefant winkt.

Wie fein, dass alle anderen das richtige taten: die Fahrt genießen und sich freuen über die schöne Route und die herzliche Begrüßung an allen Kontrollpunkten! Kurzum, es war ein toll geplanter Riesenspass!

Samstag, der traditionelle gemeinsame Ritt auf den Großglockner steht an.

9:30 Uhr Fahrerbesprechung, 10:00 Uhr Start! Eine herrliche Tour mit feinen Kurven durch gemütliche Orte bis zum Schlagbaum der Mautstrecke, wo alles wie gewohnt glänzend vorbereitet ist. Dann schieben alle im Rahmen ihrer Kräfte Richtung Gipfel. 15 Kehren und viele Kurven gilt es zu meistern und jeder nimmt die Herausforderung anders an. Wir belohnen uns an 2 Zwischenstopps mit dem Blick auf die Berge und ins Tal - das wirkt fast ein bisschen irreal.

Oben erwartet uns die klassische Gulaschsuppe aus entsprechender Kanone, die richtig gut tut, denn hier pfeift‘s ordentlich und der Temperaturunterschied zum Tal ist ausgesprochen gut spürbar. Aber der Franzl hatte in unserem Infoheft diesbezüglich eine wohlmeinende Warnung ausgesprochen und wer ihm Glauben geschenkt hat ist gut vorbereitet. Besserwisser und Helden verschlägt es in die Gipfelgastronomie. Hier gibt es natürlich auch jede Menge Souvenirs zu beeindruckenden Preisen.

Ich nehme mir meine Erinnerungen lieber im Gedächtnis und als Foto mit.

Der letzte Tag der Alp-Days 2020 beginnt mit dem alljährlichen Empfang bei Zells Oberbürgermeister - allerdings nicht für den Plebus, sondern nur für Club-Präsidenten. Dann kann man sich und den Blechkamerad noch segnen lassen, worauf wir trotz aller Affinität zum Klerus verzichten und gönnen uns eine Sonnentour durchs Tal, wo wir wieder schöne ruhige Plätzchen finden.

So wird auch der Abschiedstag wieder ein grandioser und wie in jedem Jahr machen wir uns mit guten Erinnerungen im Gepäck auf den Heimweg. Es war eine großartige Zeit und auch wenn in diesem Jahr vieles anders war, war schlussendlich alles Wichtige wie immer: das Alp-Days Team ist unschlagbar! Immer da, immer hilfsbereit, professionell und mit Freude bei der Sache. Danke Euch und ganz sicher bis bald wieder!!

Und was die technische Bilanz betrifft:

Kupplungs-, Brems- und Schaltzüge im Gepäck sind empfehlenswert, Reserverad und extra Schlauch unerlässlich, die alten Vespa Damen brauchen halt hin und wieder etwas (verdiente) Aufmerksamkeit. Sie haben uns trotz ihres Alters tapfer getragen und viel Freude gemacht. Und wenn man durch ein Hochalpental über eine unbefestigte Straße brummt an deren Wiesenrand alte Männer in Leinenhemden mit Sensen mähen fühlt sich selbst eine 60er Jahre Vespa irgendwie modern an.

Eine tolle Tour war’s mit unbezahlbaren G‘schichten an die wir noch lange denken.

Jetzt gehts weiter ins Allgäu - noch ein Paar alpige Kurven suchen.

Servus !

Traumhafte Kurven Richtung Großglockner

Christian
Christian

Christian ist bei SIP Scootershop für die Händlerbetreuung in der D-A-CH Region zuständig und hat ein Auge auf die Events. Befindet es sich nicht im Büro, um seine zahlreichen Kunden zu pflegen wie eine Mutter ihre Kinder, sitzt er auf seiner Sprint Veloce Baujahr 1976 und lässt sich die bayrische Landluft um die Nase wehen. Manchmal spitzt er noch den Bleistift und feilt an Texten, denn er ist überregional als Musiker unter dem Namen Winston bekannt.