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Lackieren oder Pulverbeschichten???


Letzter Beitrag Sa, Mai 21 2016 8:30 von Werner. 6 Antworten.
  • Sa, Mai 14 2016 7:08

    Lackieren oder Pulverbeschichten???


    Hallo, 

    ich bin gerade dabei meine Pk 125XL auseinander zu bauen. 

    In ca zwei Wochen geht es zum Sandstrahlen.

    jetzt ist meine frage:

    Hat von euch jemand Erfahrung, ob es funktioniert, wenn Mann das nackte gesandstrahlte Blech Klarlackt?

    und in wie fern sich Lackierung und Pulverbeschichtung unterscheiden?

     

    vielen Dank für eure Antworten 

     

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  • Sa, Mai 14 2016 19:47 Antwort zu

    AW: Lackieren oder Pulverbeschichten???


    Funktionsweise Pulverbeschichten:

    Das zu beschichtende Objekt (aus blankem Metall) muß auf 180-200 °C erhitzt werden.
    Das erhitzte Objekt wird dann elektrostatisch aufgeladen und mit einem Pulver (dies ist entgegengesetzt elektrostatisch aufgeladen) besprüht. Durch die entgegengesetzte Aufladung legt sich das Pulver auf das erhitzte Objekt. Das Pulver ist eine anreagierte Substanz aus Harz und Härter (entweder Polyesterharz oder Epoxidharz). Durch die Wärme wird es flüssig und fährt darin fort, chemisch zu einem Feststoff zu reagieren (und zwar auf der Oberfläche des beschichteten Objektes). Beim Abkühlen wird es dann hart.

    -> Durch starkes Erhitzen können sich dünnwandige Stahlbleche (Vesparahmen) verziehen. Aluminium kommt hingegen bei 180 -200 °C schon in den Bereich, wo sich die kristallische Metallstruktur des Alus negativ verändern kann (darum würde ich niemals Bremstrommeln pulverbeschichten).

    -> Das Pulver haftet nur auf absolut blanken Oberflächen. Hier kann es Probleme geben mit dem Rahmeninneren. Auch kommt kein Pulver in die unbehandelten und meist rostigen Innenseiten der Punktschweißnähte.

    -> Das Beste, was man mit einem Vesparahmen nachhaltig und wertsteigernd machen kann, ist Tauchbadentlacken + Tauchbadentrosten + kathodisch Tauchgrundieren + dann eine konventionelle Lackierung.

    Vesparahmen sandzustrahlen ist kein gute Lösung, da hiermit nicht der Rost aus den Punktschweißnähten und dem Rahmeninneren entfernt wird. Ein so behandelter und lackierter Rahmen wird aus den Nähten heraus wieder zu rosten anfangen.

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  • So, Mai 15 2016 23:49 Antwort zu

    AW: Lackieren oder Pulverbeschichten???


    Dann am besten mal bei Pulverbeschichtungen Buchner gucken die beschichten sogar komplette Rahmen. Also wohl nicht so schlimm wie der Werner hier schreibt. Am besten bei Buchner anfragen die sind Profis da drin.

    Laut is gaud.

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  • Di, Mai 17 2016 12:57 Antwort zu

    AW: Lackieren oder Pulverbeschichten???


    Grundsätzlich macht ein Pulverbeschichter alles was du von ihm willst (er verdient ja sein Geld damit). Allerdings ist es einem solchen Betrieb oft gleichgültig ob es Sinn macht, der muß Umsatz machen!

    In einem gebrauchten Vesparahmen befinden sich im Rahmeninneren und zwischen den Punktschweißnähten immer Öl und Dreckreste, die man nie gründlich entfernen kann.
    Wenn du das ganzen Rahmen auf 200 °C erhitzt kannst du dir ja denken was mit dem Schmodder passiert und wie die Qualität der Beschichtung und deren Dauerbeständigkeit an der Stelle aussehen wird.

    Auch passiert beim Pulvern großer komplexer Objekte es oft, daß die sich beim Pulvern zu stark abkühlen und dann nicht mehr die erforderliche Mindesttemperatur haben.

    Sicherlich werden "coole" Leute meine Argumente lässig und gechillt fortwischen, aber Profis aus dem Bereich Technischer Support/Kunstharzchemie und Anwendungstechnik/schwerem Korrosionsschutz sehen das aus der Sicht einer zuverlässigen nachhaltigen werterhaltenden Lösung. 

    Ich würde dir bei dem Rahmen wenn es sich um eine normale V50, PK, PX o.ä. handelt zu einem normalen Lackieren raten.
    Ist es ein wertvoller Roller, dann investieren in Tauchbadentlacken und KTL.
    Pulverbeschichten nur bei Teilen wie Felgen, alten Sitzbankgestellen, Polradblechen, Seitenhauben, Deckeln etc.

     

     

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  • Mi, Mai 18 2016 23:13 Antwort zu

    AW: Lackieren oder Pulverbeschichten???


    Der Mann fährt selber Roller und weiß sicher was er macht. Hab auch schon Roller von Leuten gesehen die haben die Tauchbad entlackt kurze Zeit später waren die extrem am Gammeln zwischen den Falzen.

    Frag mich auch warum man z.b keine Bremstrommel Pulverbeschichten lassen soll . Kürzlich erst machen lassen. Selbst eine Bremspumpe war kein Problem. Am besten die Profis fragen. :-D

    Laut is gaud.

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  • Fr, Mai 20 2016 21:27 Antwort zu

    AW: Lackieren oder Pulverbeschichten???


    Ist doch klar wie Kloßbrühe: Nach dem Tauchbadentlacken muß ein Tauchbadentrosten erfolgen...plus passivieren und Korrosionsschutz.

    Wenn du NUR Tauchbadentlackst rostet das bald wieder - liegt doch VÖLLIG auf der Hand. Tauchbadentlacken ist keine Rostentfernung.
    Dein Argument gegen das Tauchbadentrosten möcht ich somit entkräften - sofern man nur halbe Arbeit macht, kann das nicht gehen.

    Egal wie man eine Fläche aus Stahlblech auch blankmacht - die fängt danach in der selben Minute wieder an zu korrodieren, wenn man sie nicht schützt -und wenn dann auch noch Rost unter dem Lack ist, erst recht.

     

     

    Klarlack auf nacktem Blech:
    Ein reiner Klarlack ist keinesfalls ein Korrosionsschutz.

    Korrosion ist ein elektrochemischer Prozess. Ein Klarlack ist zudem nicht diffusionsdicht gegenüber Feuchtigkeit. Es wird kurzzeitig gut aussehen, aber wieder zu rosten anfangen.

    Korrosionsschutz bedeutet, daß man auf dem Stahlblech eine Schicht aufbaut, die eine Substanz als Opferanode enthält - z.B. Zink und/oder Zinkphosphat (oder ähnliche Substanzen). Das ist dann aber kein Klarlack mehr, sondern eine graue oder rostrote Schicht....Die ist auch nicht umweltbeständig - auf so einem Korrosionsschutz muß man immer eine Lackschicht aufbauen.

    "Profi fragen"... Also wenn du eine Sandstrahlkabine und eine Pulverschichtungsanlage besitzt - deiner Meinung nach bist du dann Profi? Sorry, aber damit ist man nur Geschäftsmann.
    Sind die also die Pulverlieferanten und Korrosionsschutzkundigen (die sich die allergrößte Mühe mit sachkundiger Beratung geben, auch bei penetrant beratungsresistenten Pulverbeschichtern) deines Glaubens nach nach Idioten?

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  • Sa, Mai 21 2016 8:30 Antwort zu

    AW: Lackieren oder Pulverbeschichten???


    Du fragtest auch, warum man keine Bremstrommel pulverbeschichten sollte.

    Wie schon erwähnt muß man während des Pulverns die Teile auf ca. 200 °C erwärmen.

    Eine Vespabremstrommel besteht aus einem Grundkörper aus Gußaluminium (Hegestellt im Sand- oder Kokillenguß) mit einem eingegossenen Ring aus Grauguß (einem spröden stahlartigen Werkstoff mit hohem Kohlenstoffanteil).

    -> bei 200 °C kommen wir  je nach Legierung evtl. in den Bereich, wo sich Metallgefüge verändern können.

    Das Ergebnis: die Trommel kann sich in ungünstigen Fällen verziehen oder erleidet strukturelle Veränderungen durch das starke Erwärmen - das kann KEIN Mensch wirklich verantworten, also läßt man's IMHO lieber.


    Ich  ziehe es vor, Bremstrommeln sandzustrahlen + lackieren.
    Da immer sauberes nicht zu scharfkantiges Granulat nehmen + nach dem Strahlen Teile gründlich reinigen - denn durch das Strahlen werden ins weiche Alu Granulatsplitter + Dreck eingesprengt. Hierzu Aceton (z.B.) und einen hellen Lappen - dann sieht man wann das Teil sauber ist.

    Wenn wir beim Kunden seinen Strahlprozess checken, kleben wir nach dem Strahlen + Säubern breites Tesaband auf die Oberfläche, ziehen es ab und sehen genau, wieviel Dreck noch dran haftet...dann sieht der Kunde, ob das Reinigen gereicht hat oder ob er weiter säubern muß, damit Pulver o. Lack gut drauf hält.

    Du glaubst nicht, wieviele Leute mit dreckigem Strahlgut draufblasen und direkt ohne Reinigung pulvern oder lackieren...ich habe da auch in unserer Gegend schon haarsträubende Pfuscher gesehen!

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